Integration in Graubünden: Brückenbauende unterstützen Geflüchtete und Migranten
Das ist ein Text aus der «Büwo»
Wer neu in ein Land kommt, steht vor einer Flut von Unbekanntem. Wie funktioniert die Abfalltrennung? Was bedeutet dieses Schreiben vom Amt? Wo kann man günstig einkaufen? Fragen, die banal klingen mögen – und dennoch überfordern können, wenn man die Sprache kaum spricht, das System nicht kennt und niemanden hat, dem man vertraut. Genau hier setzt das Angebot «Brückenbauende» des Kantons Graubünden an. Seit fünf Jahren vermitteln ausgebildete Personen mit eigener Migrations- oder Fluchterfahrung zwischen Neuangekommenen und dem Schweizer Alltag.
Eine Idee aus einem Bedürfnis
«Das Projekt ist aus einem Bedürfnis entstanden», erklärt Tamara Gianera. Sie leitet das Ressort Bildung und Soziales bei der Fachstelle Integration, die zum Amt für Migration und Zivilrecht des Kantons Graubünden gehört. Neuangekommene Menschen – ob Geflüchtete oder Migrantinnen und Migranten – finden sich im neuen Land oft nicht zurecht. Sprachliche Barrieren sind dabei nur ein Teil des Problems. Mindestens genauso gewichtig sind kulturelle Unterschiede und schlicht die Unkenntnis darüber, wie Systeme hier funktionieren. «Nur schon in Europa selbst sind die Systeme nicht alle gleich», sagt sie.
Und auf der anderen Seite fehlt es manchmal auch den Behörden und Institutionen an Sensibilität im Umgang mit Menschen, die neu angekommen sind – nicht aus Absicht, sondern aus Unwissen. Die Brückenbauenden sollen genau diese Lücke schliessen. Sie kennen beide Seiten. Sie wissen, wie es sich anfühlt, neu zu sein. Sie kennen die Hürden aus eigener Erfahrung und können gleichzeitig als Vorbilder wirken: Es ist möglich, anzukommen und sich zurechtzufinden.
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