Indigene und andere Gestalten
Als sich Davos 2020 unwissend zum vorläufig letzten Mal für das Jahrestreffen des World Economic Forums rüstete, mischte sich der Davoser Fotograf Jules Spinatsch unter die Beobachter. Seine Impressionen von damals verarbeitete Spinatsch in dem fast 300-seitigen Fotobuch «Davos is A Verb», dem die jetzt laufende Ausstellung gewidmet ist. Es kommt gänzlich ohne Text aus, nur gerade die letzten Seiten verraten, wo die fremd anmutenden Bilder im vertrauten Strassenbild anzusiedeln sind. «In Davos verwandeln sich für kurze Zeit rund 60 Prozent der Hauptstrasse», sagte der Fotokünstler anlässlich der Vernissage vom Dienstag im Kulturplatz. Davos werde in dieser Zeit zu einer riesigen kommunikativen Plattform. «Und ich wurde zu einer Art Reiseführer durch diese Zeit.»
Ein hochwillkommener Anlass
«Das WEF wurde abgesagt, die Kultur findet statt», sagte Ute Haferburg, Geschäftsführerin des Kulturplatzes, als sie den Künstler nach rund zwanzig Jahren wieder in seiner Heimatstadt begrüsste. Dieses Thema nahm Landammann Philipp Wilhelm auf, als er in seiner Begrüssung feststellte, man habe als Gemeinschaft den Arkadenplatz geschaffen und sei jetzt neugierig und hoffnungsfroh auf die Zukunft. Dadurch werde man bestätigt und ermuntert, das kulturelle Potenzial von Davos weiter auszuloten und neue Impulse zu geben. Bezüglich Spinatschs Ausstellung meinte er, jetzt – da die weltweite Aufmerksamkeit nicht auf Davos ruhe – würden jene, die trotzdem hier seien, die Gelegenheit haben, sich selbst zu reflektieren: «Was macht die Aufmerksamkeit der Welt mit uns?» Dafür sei Spinatschs Fotoinstallation «Planetary Upgrade Piazza. Davos is A Verb» ein hochwillkommener Anlass.