«Im Rückblick staune ich, was alles gelaufen ist»
von Swantje Kammerecker
Kulturelles und soziales Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Fridolin Elmer. Musiker und (Musik-)Lehrer, Journalist, Politiker und Gemeinderat, Mitglied der Kulturkommission von Glarus Nord, Gründer des Kulturforums Brandluft, Mitglied im nationalen VCS-Vorstand: ein reiches Bündel an Erfahrungen und Talenten, die ihn geradezu prädestinierten für die grosse Aufgabe, der er sich während der letzten fünf Jahre mit Herzblut widmete.
Herr Elmer, wie kam es, dass Sie Leiter des 2017 gegründeten Anna-Göldi-Museums wurden?
Fridolin Elmer: Ich war seit der Gründung der Anna Göldi Stiftung 2007 mit dabei, anfänglich sogar als Stiftungsratspräsident. Als dann die Anna-Göldi-Ausstellung, bis anhin im Ortmuseum Mollis ansässig, in ein neues Museum im Hänggiturm Ennenda überführt werden sollte, stellte sich die Frage nach der Leitung. Da dies genau die Herausforderung war, die ich suchte, habe ich mich darum beworben. Daraufhin hat der Stiftungsrat mir diese Aufgabe übertragen.
Die Startphase war bestimmt anspruchsvoll – wie haben Sie diese erlebt?
Als neu gegründetes Museum hatten wir finanziell und personell wenig Spielraum; so war ich Leiter, Organisator, Kurator, Kommunikator, Museumsführer, Hauswart, Personalchef und Moderator an Veranstaltungen in einer Person. Zusätzlich übernahm ich die Projektleitung des aufwendigen Bauvorhabens, mit dem wir dank der grosszügigen Spende von Frau Anna Marie Schindler Wärme ins Museum bringen und gestalterische Anpassungen vornehmen konnten. Aber klar ist: Der Aufbau eines Museums ist ein Gemeinschaftsprojekt. Die erfolgreiche Entwicklung wäre ohne unser hochmotiviertes, mitdenkendes und engagiertes Team undenkbar gewesen.
Inzwischen ist das Anna-Göldi-Museum weithin bekannt, beliebt und geschätzt. Wie ist das gelungen?
Anna Göldi hat über den historischen Justizfall hinaus grosse Bedeutung, denn Menschenrechtsverletzungen sind auch heute leider noch aktuell. Nebst der sehr gut gemachten Ausstellung und den Führungen zu Anna Göldi war es mir deshalb wichtig, Wechselausstellungen und Veranstaltungen zu diesem Themenkreis ins Museum und damit in die Gegenwart zu bringen. Auch der historische Hänggiturm selber zieht Publikum an. Im stimmungsvollen Auditorium finden regelmässig Events statt wie Podien, Lesungen, Konzerte und Versammlungen. Dadurch sind wir gut vernetzt.