«Ein Sechser im Lotto»
Davos erhalte mit dieser Dauerleihgabe eine einmalige Chance, die es am Schopf zu packen gelte, findet Kunsthändlerin Iris Wazzau. «Es ist eine hochkarätige Sammlung weit über den Expressionismus hinaus. Sie bietet einen Querschnit bis in die Gegenwart hinein. Davos kann damit kulturell auf einer ganz anderen Landkarte spielen.»
Das Kirchner Museum sei eines der spannendsten Kunstmuseen, findet WEF-Direktor Alois Zwinggi. «Klein aber fein.» Daher komme die Sammlung Ulmberg hier zur Geltung, wie sonst nirgendwo. «Davos ist ausserdem die einzige Wintersportdestination, in der auch Kunst angeboten wird.» Denn nicht alle Touristen würden die Zeit ausschliesslich beim Sport verbringen. «Sie wollen auch anderes sehen, andere Möglichkeiten haben. Oder denken wir nur an gemeinsame Ferien mehrer Generationen.»
Das Kirchner Museum sei ein Juwel, das dem Ort viel gebracht habe, findet der ehemalige Verwaltungsratspräsident von DDO, Thomas Spielmann, und freut sich auf die Erweiterung. «Die Dauerleihgabe der Sammlung Ulmberg bringt eine ganz neue Perspektive und Arbeiten von Künstlern hierher, die sonst nur in ganz grossen Häusern zu sehen sind.»
Als Glücksfall bezeichnet Regierungspräsident Jon Domenic Parolini die Offerte der Sammlung Ulmberg, die zu einer riesigen Attraktivitätssteigerung führen werde. «Der Kulturtourismus wird immer wichtiger», sagt der Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements, «das hier ist ein Sechser im Lotto.» Ohne jetzt Versprechungen machen zu wollen, fügt er hinzu, werde der Kanton für das erweiterte Kirchner Museum sicher Unterstützung bieten. «Die Sammlung ist auch für den Kanton wichtig.»