Hans Castorp trifft Thomas Mann
Noch einmal reist Thomas Mann am Ende seines Lebens nach Davos. Seit seinem letzten Besuch im Jahr 1912 scheint die Zeit stillzustehen. Im Patientenzimmer, das er betritt, erwartet ihn ein alter Bekannter: Es ist kein Geringerer als Hans Castorp, Protagonist aus Manns Weltbestseller «Zauberberg». In der Begegnung von Geschöpf und Autor verschwimmt die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traum, zwischen Leben und Tod. Was ist echt? Was Illusion? Was Projektion?
Spiel zwischen Autor und Geschöpf
Das frühere Lungensanatorium ist heute das Waldhotel Davos. Im Erdgeschoss befindet sich ein Zimmer, das noch über die originale Einrichtung für Kurgäste verfügt. An diesem Ort verknüpft das Künstlerkollektiv «Raum und Zeit» Vergangenheit und Gegenwart. In der Installation «Im Zauberberg» betritt immer nur eine Person den Raum und erlebt aus verschiedenen Perspektiven analog, virtuell und immersiv ein Spiel zwischen Autor und Geschöpf, Subjekt und Objekt, Distanz und Emotion. Die Zuschauenden schlüpfen nicht nur in die Rolle Thomas Manns, sondern tauchen in die Welt des «Zauberbergs» ein. In der Auseinandersetzung von Romanfigur und Autor beobachten sie nicht nur, sondern werden selbst zum Teil des Kunstwerks. Die Illusion mündet in eine Begegnung mit sich selbst, virtuell und in 3D.