Gratisbus zum Linth-Park wird durch neue Lösung ersetzt
Moises Donoso hatte am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag. Der Gratis-Bus vom Bahnhof Uznach zum Einkaufszentrum Linth-Park und wieder zurück wurde per Ende Januar eingestellt. Donoso klingt ein wenig wehmütig, wenn er über das Aus des Angebots spricht: «Die Gratis-Fahrten wurden rege genutzt, gerade ältere Leute waren froh, dass es den Bus gab», sagt Donoso.
Der Tuggner fuhr rund ein Jahr lang Passagiere zum Linth-Park. Zuvor arbeitete er 37 Jahre in der Vögele-Filiale im Uzner Einkaufszentrum und war damit sozusagen Mitarbeiter der ersten Stunde. Als Donoso letztes Jahr pensioniert wurde, habe er angeboten, als Fahrer weiterzuarbeiten.
«Passagiere beschwerten sich»
«Die älteren Leute fahren selber nicht mehr Auto und haben zum Teil Mühe, die Einkäufe zur öffentlichen Bushaltestelle zu schleppen», sagt Donoso. Gerade im Winter sei der Shuttlebus aber auch bei jüngeren Menschen beliebt gewesen. «Oft war mein Bus auch am Nachmittag voll, das Gratisangebot war beliebt. Ich verstehe nicht, weshalb man es jetzt einstellt.»
Wir verstehen das Bedürfnis und suchen Ersatz.»Mosi Rhein, Geschäftsführer Euro Estates Group
So gehe es auch seinen Passagieren: «Viele haben sich in den letzten Tagen beklagt und mich gefragt, weshalb dieser Entscheid gefällt wurde.» Die Gründe kennt Donoso nicht. Immerhin: Er kann der Sache auch etwas Gutes abgewinnen: «Auch wenn es mir für die Passagiere leidtut, freue ich mich jetzt darauf, meine Pension zu geniessen.»
«Immer wieder Leerfahrten»
Das Einkaufszentrum wurde Ende Oktober 2017 von der Karl Vögele AG an die Euro Estates Group verkauft (diese Zeitung berichtete mehrfach). Deren Geschäftsführer Mosi Rhein betont, der Entscheid, den Gratis-Bus nicht mehr weiterzuführen, habe keine finanziellen Hintergründe: «Wir haben das Angebot seit der Übernahme im Rahmen eines Testlaufs über ein Jahr weiterlaufen lassen und die Anzahl Fahrgäste registriert.» Es sei leider so, dass der Bus immer wieder leer hin und her gefahren sei. «Wenn von 20 Fahrten mehr als zehn ohne Passagiere gemacht werden, ergibt der Betrieb des Busses wenig Sinn», erklärt Rhein.