Alles eine Frage der Betrachtungsweise
Die statutarischen Geschäfte waren schnell abgeschlossen. Wie schon im vergangenen Jahr schliesst der Verein mit einem Verlust ab, auch wenn er kleiner ausfiel als ursprünglich budgetiert. Man müsse erneut vom zurzeit noch vorhandenen finanziellen Polster zehren, erklärte Präsident Christian Kaufmann. Und auch für das laufende Jahr sieht der Verein einen Aufwandüberschuss von rund 55 000 Franken kommen. Zahlreich sind die Aktivitäten des Vereins, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, die hiesige Geschichte in den Menschen wach zu halten und den nachfolgenden Generationen nahezubringen. Dazu ist es notwendig, die rund 2500 Sammelobjekte des Museums korrekt zu inventarisieren. 2023 wurden dafür alleine 800 Stunden aufgewendet. Auch die Ausstellungen werden ständig überarbeitet. 2023 war das die sogenannte Fleischküche, die in Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Monstein zum Thema «Huusmetzg» neu gestaltet wurde. Erfreulicherweise stiegen 2023 die Besucherzahlen im jeweils von Sonntag bis Mittwoch am Nachmittag geöffneten Museum wieder auf gut 1000 Personen. In grosser Zahl kamen auch Schulklassen. Ihnen werden dem Alter angepasste Führungen oder Projekttage entweder zu den Sonderausstellungen oder zu bestimmten Themen angeboten. Vergangenes Jahr hielten sich die im April 2023 zu Ende gegangene Sonderausstellung «vom Glück vergessen» sowie die noch bis April dieses Jahres laufende Sonderschau zum Thema Bienen mit 15 respektive 14 Führungen in etwa die Waage. 10 Klassen besuchten die Themenangebote, die ständig verfügbar sind. Insgesamt fanden so mehr als 650 Schulkinder den Weg ins Museum.
Die andere Perspektive einnehmen (1)
Dieses Jahr begeht man in Davos mit «100 Jahre Zauberberg» den 1924 erschienenen Klassikers von Thomas Mann. Auch das Heimatmuseum Davos widmet sich in seiner am traditionellen Mühletag eröffnenden Sonderausstellung der Krankheit Tuberkulose und dem deswegen in Davos entstandenen Kurbetrieb. Allerdings richtet es seinen Blick auf die hiesige Bevölkerung. Wie lebten all die Pflegenden und Zudienenden? Wie gingen die Bauern mit dem Ansturm im Hochtal um? Wie veränderten die Neuankömmlinge das Leben von Händlern und Handwerkern. Überhaupt, wer blieb? Wer kehrte dem Landwassertal bald wieder den Rücken? «Viel ist dokumentiert über Kranke und die sie behandelnden Ärzte», sagte Kurator Peter Dalbert. «Die andere Seite zu finden, stellte sich als Herausforderung dar.» Umso spannender wird sein, was das Heimatmuseum zeigen wird.