Sein Auto steht nicht nur an der Fahrprüfung unter Strom
Die unangenehme Stille während der praktischen Fahrprüfung ist sicher vielen noch in Erinnerung. Das Radio ist aus, der Puls ist hoch und der Experte schaut kritisch. Ab und zu heult der Motor auf – oder der Experte gibt einen gut oder schlecht gemeinten Kommentar ab, was die Stille nur kurz bricht, denn selbst sagt man danach erst recht nichts mehr.
Doch nun hat die Stille eine andere Bedeutung, sofern man die praktische Prüfung mit Sepp Landolts Fahrzeug macht. Denn nicht einmal Motorengeräusche hört man von seinem Auto. Der Tank von Landolts Fahrschulauto ist eine Batterie, und gefüllt wird diese sechs Stunden lang über Nacht an einer Steckdose. Landolt hat also ein Elektroauto, und das als erster Fahrlehrer im Kanton Glarus.
Zunächst nicht überzeugt
Lange hätte Landolt nicht gedacht, dass er jemals ein Elektroauto kaufen würde. «Mit einer Reichweite von 200 Kilometern waren Stromautos für Fahrschulen früher nicht so attraktiv.» Heute sei das anders. Für 400 Kilometer würde die Batterie des roten Mercedes problemlos reichen, so Landolt. Täglich brauche er eine Laufleistung von 350 Kilometern.
Der Kauf dieses Fahrzeugs sei allerdings alles andere als geplant gewesen: «Ich habe mit dem Verkäufer meiner Garage gesprochen. Er sagte mir, ich solle mir doch ein Elektroauto anschaffen. Ich winkte zunächst ab. Als ich schliesslich eine Probefahrt mit diesem Fahrzeug machte, war ich aufgrund des Fahrgefühls davon überzeugt. Eine Stunde später war der Kaufvertrag unterschrieben», erzählt Landolt.