«Es sind absurde Zeiten»
Mit Tim Bendzko sprach Johanna Burger.
Sie haben einen spannenden Weg hinter sich: begonnenes Studium der evangelischen Theologie, Autohandel, Musiktalentwettbewerb. Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit vor der Musikkarriere mit?
Tim Bendzko: Ich glaube, ich habe aus allem irgendwie etwas mitgenommen. Beim Studium habe ich gelernt, alles zu hinterfragen, beim Auktionieren vor grossen Menschenmengen zu sprechen und bei diesem Wettbewerb habe ich am Ende final für mich beschlossen, dass der Beruf des Musikers genau das Richtige für mich ist.
Nach Ihrer «musikalischen Entdeckung» gewannen Sie zahlreiche Preise. Welcher bedeutet Ihnen bis heute am meisten?
Das kann ich, um ehrlich zu sein, nicht wirklich sagen. Ich habe mich über jeden einzelnen sehr gefreut, aber gerade in diesen Zeiten merkt man, dass der Applaus immer noch der beste Preis ist, den man als Musiker bekommen kann.
Sie begleiteten als Musiker unter anderem Joe Cocker auf einer seiner Tourneen. Welchen Musiker oder welche Musikerin würden Sie künftig gerne einmal begleiten oder sich von ihm oder ihr begleiten lassen?
Ich habe da jetzt nicht wirklich eine Liste in meinem Kopf. So was muss sich einfach ergeben. Für mich ist tatsächlich mittlerweile eher die Frage, wen ich mit auf Tour nehmen könnte. Es gibt so unglaublich viele spannende Talente da draussen.
Für deren Entdeckung sind Sie mitverantwortlich: Einst selbst an einem Talentwettbewerb als Teilnehmer, kennen Sie mittlerweile etwa als einstiger Juror bei The Voice Kids oder Starmania auch die andere Seite von Wettbewerben. Fiel Ihnen dieser Seitenwechsel einfach?
Am Anfang bin ich schon immer sehr aufgeregt und überlege mir, auf was genau ich jetzt alles achten möchte. Aber es dauert meistens nicht lang und ich höre nur noch auf mein Bauchgefühl. Die grösste Herausforderung ist dann eher zu formulieren, was ich fühle. Weil es mir schon immer sehr wichtig ist, die Kandidatinnen und Kandidaten respektvoll zu behandeln.