«Es ist eine Ode an ‹Bschisser›»
Das Thema hat Gian-Marco Schmid interessiert, noch bevor der grösste Kartell-Skandal der Schweiz überhaupt aufgedeckt wurde: das Thema Kartell. Und so hatte Gimma, noch während er an seinem neusten Album arbeitete, bereits in einem Song dieses Thema angeschnitten. Aber ansonsten hatte er viele Songs, aber keinen Leitfaden. Dann kamen die Schlagzeilen. Die wirtschaftliche Schandtat, der Bündner Baukartell-Skandal, war in aller Munde. Und er beschloss, dem Thema noch mehr Platz zu geben.
«In Mexiko gibt es ja eine ganze Stilrichtung von Kartell-Musik, namentlich die Narcocorridos. Es sind Drogen-Balladen, in denen Dealer die Helden sind. Und ich dachte mir: Wenn bei uns also alles ‹Bschisser' sind, dann lass uns doch eine Ode an 'Bschisser› schreiben», sagt Gimma und lacht. So wie dieser Satz sind auch die Lieder auf dem Album, in denen es um den Skandal geht. Sie sind nicht kritisch, sie nehmen einfach das Phänomen als Thema auf.
Wenn es persönlich wird
«Was mich an diesem Skandal so fasziniert hat, ist, wie aus etwas, das notwendig war, etwas wurde, das illegal ist», sagt Gimma. Er glaubt, dass sich dieses System aufgrund der Mehrsprachigkeit und der geografischen Situation fast schon so entwickeln musste. «Die Konsequenzen, die jetzt gezogen wurden, sind absolut richtig. Aber man darf nicht glauben, dass da eine Boshaftigkeit dahinter steckte», sagt Gimma. Dass er selbst irgendwann mittendrin steckte, liess ihn das Ganze noch mehr mit Humor sehen, und nicht etwa mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. «Einer meiner Schulfreunde sass in der PUK, mein Nachbar verlor seinen Job wegen des Skandals, ich selber habe irgendwann auch eine Vorladung erhalten und etwas verloren. Ich bin in das Thema reingerutscht und fand es irgendwann lustig zu sehen, wie alles ins Rudern gerät, sobald der Begriff Kartell fällt.»