Lichtzauber am Piz Ela: So erlebt ihr das Naturschauspiel in Bergün mit
Die Natur folgt bekanntlich ihren eigenen Regeln – und manchmal schenkt sie uns dabei wahre Wunder. Ein Beispiel für ein faszinierendes Naturphänomen ist das 2,5 Meter hohe und sechs Meter breite Ela-Loch in Bergün. Zweimal im Jahr lässt die Sonne ihre Strahlen auf magische Weise durch das natürliche Fenster am Flügel des Piz Ela scheinen, der majestätisch etwa 3340 Meter in den Himmel ragt.
Dieses Wochenende bietet sich die erste Gelegenheit des Jahres, das Naturspektakel zu beobachten. Am 25. und 26. Februar gegen 15.15 Uhr wirft die Sonne ihre Strahlen durch das Ela-Loch – das auf Romanisch «Fora digl Ela» genannt wird – in das Tal.
Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Naturschauspiel und wann lässt es sich am besten beobachten?
Der Teufel werkelte einst am Piz Ela
Der Ursprung des Ela-Lochs mag zwar auf die geologischen Gegebenheiten des Piz Ela zurückzuführen sein, doch die Geschichte vom frechen Jüngling und dem Teufel ist die populärere und verbreitetere Version seiner Entstehung. Laut der alten Sage verärgerte einst ein kühner junger Mann den Teufel derart, dass dieser im Zorn einen riesigen Stein nach ihm schleuderte. Der Stein verfehlte den Jüngling nur knapp, traf aber den Piz Ela und hinterliess dort ein imposantes Loch im Grat. Seither werden die Menschen alljährlich, wenn die Sonne dort hindurch scheint, zu Ehrfurcht ermahnt.
Für Reto Barblan, Leiter Bauamt und Werkdienst bei der Gemeinde Bergün Filisur und Hobbyhistoriker, ist das Naturschauspiel wiederum ein Zeichen des Glücks. Er fotografiert das Phänomen seit vielen Jahren und kennt die idealen Orte in und um Bergün für die Beobachtung. «Am besten positioniert man sich beim Freibad in Bergün, wo eine Strasse die Möglichkeit bietet, sich horizontal zu bewegen und quasi mit der Sonne mitzuwandern», sagt Barblan. Die Sonne bewege sich nämlich auf einer schrägen Bahn – im Winter steht sie tiefer, während sie im Sommer höher steigt.