Eine Glarnerin und ihre zwei Rockstars
Der Abend zuvor ist gar im hintersten Glarnerland ein Thema: Das Konzert muss gut gewesen sein. Dem werden allerdings die Fans, welche am Freitag im Güterschuppen in Glarus live dabei gewesen sind, nicht beipflichten: Das Konzert war nicht nur gut. Was in Glarus geschrieben wurde, ist ein Stück Schweizer Rockgeschichte. Jedenfalls ein kleines.
Pünktlich geht es los
Am Freitagmorgen vor dem Konzert ist für Barbara Kubli früh Tagwache. Schon um 7 Uhr steht die Glarner Geigerin auf der Matte, um ihre Musikschüler zu unterrichten. Erst gegen Mittag geht es für sie dann Richtung Glarus.
Kurz vor zwölf Uhr verlässt der Sänger des Abends Basel.
Der Gitarrist ist im Tessin, im abgelegenen Val Colla, schon um 9.30 Uhr losgefahren.
Jetzt stehen die drei zusammen auf der Bühne. Soundcheck. Es ist 13 Uhr. Zum musikalischen Trio gehören nebst der Glarnerin Barbara Kubli zwei Rockstars: Krokus-Sänger Marc Storace und Gotthard-Gitarrist Leo Leoni. Letzterer hat auch noch seine Sängerin Maram El Dsoki mitgenommen. Storace hat die Livestrings mitgebracht. Mit Geigen, Bratsche, Cello und Bass sorgen sie für zusätzliche Streicheleinheiten für die Ohren.
Der Soundcheck verspricht, was der Abend noch übertreffen wird. «Der Hammer», kommentiert Mitorganisator Jonny Tinner das Einspiel. «Ich werde am Abend nochmals dabei sein», verspricht Regierungsrat Andrea Bettiga. «Herr Storace, zur Kasse bitte», fordert Leoni dann den Sänger auf, auf die Bühne zu kommen. Spass muss sein. Geprobt wird bis 16 Uhr. Danach geht es durch den Volksgarten. Eingecheckt wird im «Freihof». Es folgt das Nachtessen und für die Frauen das Schminken. Barbara Kubli ist nervös. Um sich abzulenken macht sie Grimassen. «Das Foto kannst du ruhig bringen. Das bin ich.»
Der Countdown läuft. Die ersten Besucher stürmen mit ihren Covid-Zertifikaten den Güterschuppen. Bis alle Plätze belegt sind. «300 Leute durften wir reinlassen», meint Jonny Tinner. «Wir hätten allerdings noch viel mehr Tickets verkaufen können.»