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Graubünden

Ein Herz für «Notfellchen»: Aus dem Leben einer Allrounderin des Churer Tierheims

Claudia Obrecht hat sich den Heimtieren mit bewegter Vergangenheit verschrieben. Was die tiererfahrene Quereinsteigerin so alles erlebt, hat sie der «Büwo» erzählt.
Susanne Turra
heute um 12:00 Uhr

«Ich bin ein bisschen ein Spezialfall. Meine Momente habe ich nämlich nicht nur mit einem Tier, sondern gleich mit mehreren. Grob gesagt habe ich mich den Tieren verschrieben, die mit einer schwierigen Vergangenheit zu uns kommen. Das finde ich auch das Schöne am Tierheim Arche in Chur. Hier werden nicht nur leicht händelbare Tiere aufgenommen. Hier finden alle ein Plätzchen und bekommen alle eine Chance. Aber natürlich haben wir auch völlig unproblematische Tiere hier. Ich persönlich nehme mich einfach gerne jenen Tieren an, die eine bewegte Geschichte haben. Ich freue mich dann jeweils unglaublich, wenn sie Fortschritte machen und zutraulicher werden.

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Ich freue mich dann jeweils unglaublich, wenn sie Fortschritte machen und zutraulicher werden.»

Claudia Obrecht, arbeitet im Tierheim Arche in Chur

Mehr der Hunde- als der Katzenmensch

Diese Entwicklung finde ich sehr schön. Nicht nur für mich. Vor allem auch für das Tier. Es blüht auf und bekommt so eine Chance auf ein neues Zuhause. Kürzlich haben wir vier kleine Kätzchen aufgenommen. Sie hatten schlechte Erfahrungen gemacht und waren überhaupt nicht zugänglich, geschweige denn zutraulich. Sie haben sich versteckt und gefaucht. Mittlerweile haben sie grosse Fortschritte gemacht. Bei den Katzen braucht es vor allem viel Geduld. Sie müssen von selbst zu mir kommen. Bei Hunden ist das ein bisschen anders. Mit ihnen kann ich anders kommunizieren. Der Hund ist sehr menschbezogen. Ich bin eher Hundemensch als Katzenmensch. Aber natürlich habe ich alle Tiere gerne. Ich habe auch zu Hause ganz viele Tiere. Hunde, Katzen, Reptilien, Nager, Hühner, Enten. Und ein Kind.

Einmal Tiere, immer Tiere

Seit zwei Jahren arbeite ich im Tierheim Arche. An zwei Tagen pro Woche. Als Quereinsteigerin. Ich habe früher im Tierheim in Biel gearbeitet. Und nachher 14 Jahre lang in einem Geschäft für Heimtierbedarf in Maienfeld im Verkauf. Man könnte bei mir durchaus sagen: einmal Tiere, immer Tiere. Esra zum Beispiel sorgt bei mir immer wieder für spezielle Momente. Der Deutsche Schäferhund ist seit März bei uns und hat grosse Fortschritte gemacht. Er ist feinfühlig und sensibel. Und er hat offensichtlich nicht die beste Vergangenheit hinter sich. Ich wünsche ihm von Herzen ein schönes Zuhause. Bei verständnisvollen und ausgeglichenen Menschen.»

Zur Serie «Momente im Tierheim»

Dieser Artikel stammt aus der Serie «Momente im Tierheim», bei der Mitarbeiterinnen des Tierheims Arche in Chur von ihrer vielfältigen Tätigkeit erzählen. Aufgezeichnet wurde das Gespräch mit Claudia Obrecht von Susanne Turra, Redaktorin bei der «Bündner Woche».

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