Ein etwas anderer Museumsbesuch
Eine Delegation des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements Graubünden (EKUD) war am 28. November zu Gast im Kirchner Museum. Doch sie kamen nicht etwa in den Genuss einer «gewöhnlichen» Führung. Nein, das Museumsteam hatte für die Damen und Herren etwas ganz Spezielles vorbereitet.
Drucktechnik kann sehr vielfältig sein
Während es im einen Saal nach frischer Farbe roch, hörte man es im anderen noch bohren. Da und dort waren provisorisch aufgestellte Holzwände zu sehen, und überhaupt sah das Gesamtprodukt «Museum» noch nicht fertig aus. Das Ganze aber gehört zu den Vorbereitungen für die Ausstellung «Kunst Druck Kirchner – Meister der Drucktechnik» dazu, die am 10. Dezember eröffnet wird. Viele der Exponate waren aber bereits aufgehängt, und so bekam die EKUD-Delegation nicht nur eine «Baustelle», sondern auch viel Kunst zu sehen. Zur neuen Exposition sei an dieser Stelle noch nicht allzu viel verraten. Klar ist aber, dass die neue Ausstellung durch einen besonderen Charakter hervorsticht. So stehen bei den gezeigten Werken nicht nur die Endprodukte von Kirchner im Vordergrund, sondern es wird auch auf die Entstehung und das bei der Produktion notwendige Handwerk eingegangen. Und hierbei scheint Ernst Ludwig Kirchner experimentierfreudig gewesen zu sein, indem er verschiedene Drucktechniken ausprobierte.
Hinter einer Ausstellung steckt sehr viel
Doch zurück zum Aufbau der Ausstellung. Die Zeiten, in denen man an einem Modell an der nächsten Ausstellung tüftle, seien vorbei, erklärt Matthias Gegner, wissenschaftlicher Volontär. Vielmehr setze man heute auf eine spezielle Computersoftware, mit der die Ausstellungen konzipiert und anschliessend in einer 3D-Vorschau betrachtet werden könnten. «Anschliessend kann ein sogenannter Hängeplan exportiert werden – ein sehr hilfreiches Dokument bei 200 Einzelwerken», so Gegner. Im Hängeplan sei genau festgehalten, auf welcher Position die Kunstwerke hängen müssen. Doch anschliessend werde nicht einfach blind drauflosmontiert. «Wir platzieren die Kunstwerke zuerst vorsichtig auf Styroporklötze am Boden. Wenn dann alles passt, werden sie aufgehängt.» Beim Augenschein der DZ im Museum fehlten da und dort noch Bilder an den Wänden. «Diese Werke befinden sich gerade noch in der Restauration», erklärt der wissenschaftliche Volontär. Doch auch die sogenannten Ausstellungstexte waren zum Zeitpunkt des Besuchs noch nicht fertiggestellt. Diese kämen laut Gegner auf Holzplatten, von denen pro Saal je eine aufgestellt werde. So zeigt sich, dass die Ausstellungsmacher noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg sind. Man darf nun also auf den nächsten «Streich» des Kirchner-Museums-Teams gespannt sein.