Die Kantonspolizei hat im Fall Quadroni, in Teilen, versagt
Vorgeschichte
Das grosse Ganze der Geschichte um das Bündner Baukartell ist hinlänglich bekannt: Über Jahre hinweg haben sich Bauunternehmer in Südbünden über ihre Preise bei öffentlichen und privaten Bauvorhaben abgesprochen. Adam Quadroni war mit seiner Firma jahrelang bei diesen Absprachen dabei, bis er irgendwann ausgestiegen ist. Damit begannen für ihn, seine Firma und seine Familie die wirtschaftlichen Probleme. Schliesslich wandte er sich als Whistleblower zunächst an lokale Politiker und Richter, später ans kantonale Amt und schliesslich an die Wettbewerbskommission (Weko). Zu diesem Zeitpunkt war Quadronis Firma bereits in ihrer Existenz bedroht und ging schliesslich in den Konkurs.
Parallel zum wirtschaftlichen Abstieg und Ende der Firma begann auch die familiäre Situation immer schwieriger und angespannter zu werden, was zu schweren Eheproblemen führte und letztendlich zu den Eskalationen, über die die Schweiz seit dem Frühjahr 2018 nicht zuletzt nach einer vierteiligen Aufarbeitung der Geschichte durch das Online-Magazin «Republik» detailliert Bescheid weiss.
Als eine mehr oder weniger direkte Folge all dieser Entwicklungen hat der Bündner Grosse Rat erstmals in seiner Geschichte eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) eingesetzt, die den gesamten Kartellfall aufarbeitet.
Nun legt die PUK ihren ersten Teilbericht vor, der sich umfassend mit der persönlichen und familiären Situation von Adam Quadroni und mehreren Polizeieinsätzen in seinem Umfeld befasst. Dabei geht es primär um drei Einsätze, deren zustande kommen und die darin involvierten Personen.