Die Gemeinden sollen über Kunststoffrecycling entscheiden
Das Recyceln von Kunststoff mit positiver Ökobilanz zu fördern, tönt in Zeiten des Klimawandels und geforderter Ressourcenschonung sinnvoll. Die Regierung lehnt jedoch ab, ein letzten September von Landräten der GLP gestelltes Postulat zu überweisen. Letzteres verlangt vom Kanton, das Sammeln und Verwerten von Kunststoff zu prüfen. Auch soll abgeklärt werden, ob das in Thurgau praktizierte System auf den Kanton Glarus anwendbar wäre. Die Regierung begründet ihre Haltung zum einen mit den Zuständigkeiten im Bereich Abfallentsorgung und zum anderen mit sachlichen Überlegungen.
Gemeinde- nicht Kantonsaufgabe
Grundsätzlich sei die Abfallentsorgung nicht Aufgabe des Kantons, sondern der Gemeinden oder des Zweckverbandes Kehrichtgebühren Glarnerland (ZKG). Letztere organisierten die Sammlung und Verwertung recycelbarer Güter wie Altglas, Metall, Karton und anderes mehr und finanzierten ihren Aufwand über Abfallgebühren, schreibt die Regierung. Sie sammelten auch in Ergänzung zum Handel Pet oder Elektro-Abfälle, welche grosse Anteile an Kunststoffen enthielten.
Zu 80 Prozent in KVA verbrannt
Beim Kunststoff sind die angeführten Fakten und Zahlen eindrücklich: Rund 100 Kilogramm Kunststoff werden im Jahr pro Kopf in der Schweiz als Abfall entsorgt. Der grösste Teil oder über 80 Prozent erfolgt in Kehrichtverbrennungsanlagen, sechs Prozent über Zementwerke und elf Prozent über stoffliches Recycling. Ein Vergleich mit Nachbarländern sei kaum möglich, so die Regierung. Doch erreiche die Schweiz sowohl bei der Kehrichtverbrennung als auch beim stofflichen Recycling technisch gesehen einen «sehr hohen Stand». Ein Downcycling, also ein Wiederverwerten, jedoch mit sinkender Qualität des Rohstoffes, wie auch ein Export gesammelter Kunststoffe fänden nicht statt. Beim Pet-Recyclen gelte die Schweiz indes als Paradebeispiel, wie ohne Pfand ein sehr hoher Rücklauf bei Pet-Flaschen erreicht wird und ein hochwertiges Produkt erzeugt werden könne. Der grösste Pet-Verwertungsbetrieb stehe noch dazu seit Kurzem in Bilten.