Coronapandemie – fünf Jahre danach
Am 26. Februar 2020 stellten die Bündner Behörden die ersten Coronafälle fest. Zwei Kinder im Engadin hatten sich mit dem Virus infiziert. Tags darauf wurde der Engadiner Skimarathon abgesagt. In den kommenden Wochen ergriffen sowohl die kantonalen Behörden als auch der Bund weitreichende Massnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Die Massnahmen des Kantons waren dabei denjenigen des Bundes einige Tage voraus. Im Nachhinein zeigte sich, dass rasch verordnete Massnahmen die grösste Wirksamkeit hatten.
Übersterblichkeit in den Pandemiejahren
In den zwei Pandemiejahren stellte das Gesundheitsamt auch in Graubünden eine überdurchschnittliche Sterblichkeit fest, wenn auch eine weit geringere als im schweizweiten Durchschnitt. Die Hälfte der Todesfälle im Januar 2021 wurde in Alters- und Pflegeheimen verzeichnet. Die Todesursachenstatistik der Schweiz (für GR sind keine separaten Zahlen dazu erhältlich) für das Jahr 2020 zeigt, dass eine grosse Anzahl an Personen mit Covid-19 als Haupttodesursache verstorben ist (2020: 9294 Personen, 2021: 5967 Personen, 2022: 4114 Personen).
Fehlendes Schutzmaterial heute vorhanden
Eine grosse Herausforderung bestand für die Gesundheitsinstitutionen im Frühjahr 2020 darin, dass keine Vorräte an Schutzmaterial vorhanden waren und dieses weltweit auf dem Markt auch nicht mehr erhältlich war. Als Konsequenz daraus sind heute alle Institutionen im Gesundheitswesen angewiesen, einen Notvorrat für den Eigenbedarf für 40 Tage zu halten.
«Die Pandemieerfahrung hat in der Gesellschaft nachhaltige Spuren hinterlassen», sagt Kantonsärztin Marina Jamnicki. «Wer persönlich oder im Umfeld von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen war, musste in dieser Zeit zudem schwere Schicksalsschläge verkraften.» Insgesamt versuchten die Gesundheitsbehörden in den Pandemiejahren immer, die angeordneten oder empfohlenen Massnahmen auf den damaligen Stand des Wissens auszurichten. Graubünden kam so vergleichsweise gut durch die Coronapandemie, auch wenn gewisse Einschränkungen zum Beispiel in Spitälern und Altersheimen einschneidend waren.