Die Baubranche blüht auf
In Graubünden stieg die Bautätigkeit im Jahr 2021 um 28 Prozent. Damit erreichte sie den bisherigen Höchststand in der achtjährigen Vergleichsperiode. Die Zunahme zeigt sich gemäss einer Mitteilung des Graubündnerischen Baumeisterverbands (GBV) vor allem im Wohnungsbau mit 69,6 Prozent und im Tiefbau mit 16,7 Prozent.
Stabil durch die Krise
Im Kanton Graubünden war im Jahr 2020 weniger gebaut worden. Trotzdem war die Baubranche von der Coronapandemie klar schwächer betroffen als andere Wirtschaftszweige. Sie bewies sich als wichtige Stütze, da sie einen Beitrag von rund zehn Prozent an die Wertschöpfung der Bündner Volkswirtschaft leistet, wie der GBV schreibt.
Auch der öffentlich geprägte Tiefbau behält seinen hohen Stellenwert unverändert bei. Im Jahr 2021 machte dieser 55 Prozent der Bautätigkeit im Kanton aus. Nach einer vorübergehenden Spitze mit 62 Prozent im Vorjahr sank dieser Anteil wieder auf das langjährige Mittel zurück.
Dies bestätige gerade in Krisensituationen wie der auslaufenden Pandemie oder dem aktuellen Krieg in der Ukraine die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung des Tief- und Infrastrukturbaus, so der GBV. Der Infrastrukturbau werde im Kanton Graubünden primär durch die öffentliche Hand nachgefragt und finanziert. Deshalb bleibe es auch in Zukunft entscheidend, dass die öffentlichen Bauherren ihre Verantwortung wahrnehmen und die geplanten Bauprojekte weiter bearbeiten und ausführen würden.
Die Bauprojekte sind da
In Graubünden wurde 2021 nicht nur mehr gebaut, sondern auch die Zahl der Auftragseingänge und der damit verbundene Arbeitsvorrat sind gestiegen. Die Auftragseingänge stiegen um 37,5 Prozent und summierten sich somit auf 1,3 Milliarden Franken. Die Zunahme stammt besonders aus den Anstiegen aus dem Wohnungsbau mit 74,6 Prozent und dem Tiefbau mit 33,1 Prozent. Nur der Hochbau verzeichnet ein Minus von 5,4 Prozent.
Laut GBV ist die sehr hohe Nachfrage im Wohnungsbau auf die Situation am Kapitalmarkt und auf den nach wie vor anhaltenden Bedarf zurückzuführen. Nach Projektverzögerungen zu Beginn der Pandemie konnten im Berichtsjahr die Projekte wieder im geplanten Umfang umgesetzt werden.