«Das gibt genug Heu für meine beiden Stiere»
Solidarität in schwierigen Zeiten, das hat im vergangenen Jahr für alle an Bedeutung gewonnen, insbesondere auch für die Musikschaffenden. Die Coronapandemie hat den Künstlerinnen und Künstlern die Grundlage für ihr Einkommen genommen. Von Auftritten, Open Airs und Festivals wird nur noch in der Vergangenheitsform gesprochen. Bis jetzt zumindest. Denn am vergangenen Wochenende fand das Ghost Festival statt – oder eben nicht. Die Idee: Mit dem Ticketverkauf und weiteren Beiträgen die Schweizer Musikszene zu unterstützen. Das stiess auf ganz viele offene Ohren und spendable Menschen.
Die erträumte siebenstellige Zahl
Über 30'000 Menschen haben sich durch das Ghost Festival mit den Musikschaffenden solidarisiert. «Es ist so schön, dass durch die Ticketverkäufe von einem Festival, das es gar nie gegeben hat, und durch die Unterstützungsbeiträge bis jetzt 1,2 Millionen Franken zusammengekommen sind», sagt Mitinitiantin Regula Frey gegenüber Radio Südostschweiz.
Das bedeutet, dass sämtlichen 1299 involvierten Musikschaffenden (Musikerinnen und Musiker, Ton- und Lichttechnikerinnen und -techniker, Booker, Manager und weiteren Dienstleistenden) mindestens 1000 Franken ausbezahlt werden können.
Damit werden Stiere gefüttert
«Das Ghost Festival ist eine sehr coole Sache, es stärkt das Bewusstsein für unsere Branche bei den Menschen», sagt die Bündner Musikerin Bibi Vaplan. Auch ihr Name stand auf dem Line Up des Ghost Festivals. Sie habe zudem gehofft, dass sie so noch zu etwas Geld komme. «Das Geld werde ich in Futter für meine beiden Stiere Roccobello und Leon investieren.» Sie spricht damit ihr neuestes Projekt an. Auf diesem kann den zwei Stieren, Roccobello und Leon, etwas Lebenszeit geschenkt werden, bevor sie zum Metzger müssen.