Allein mit Musikfreundinnen und -freunden
Im Waldhotel locken am Dienstag Liegestühle, drei Instrumente und die betörende Stimme der Sopranistin Julia Duscher zum Wandelkonzert «Auf Kur». Man darf gespannt sein, ob die erholsame Höhenluft auch der Theorbe von Lorenzo Abate gut bekommt.
Die italienische Schalenhalslaute ist besonders empfindlich, ihre 14 Saiten verstimmen sich schnell. Bis zu zwei Meter lang können die Basssaiten sein, die an dem langen Hals gespannt sind, das machte sie im 17. Jahrhundert zum beliebten Generalbassinstrument. Intendant Marco Amherd hat es lange nicht richtig gekannt, sagt er: «Die Theorbe ist für mich ein kleines Wunderinstrument. Sie ist unglaublich vielseitig einsetzbar und klanglich immer wieder überraschend. Meist hören wir sie als Begleitinstrument oder Continuoinstrument bei grösseren Barockorchestern.» Lorenzo Abate spielt aber auch solistische Stücke von kaum bekannten Komponisten wie Napoléon Coste und Mauro Giuliani.
Im Atrium des Waldhotels ist dann ein zweites weniger oft gehörtes Soloinstrument zu hören, das Akkordeon. Der junge Slowene Nejc Grm erforscht seine Klangmöglichkeiten von Schuberts «Winterreise» bis zu neuen Klängen von Olga Neuwirth. Schon am Neujahrskonzert des Davos Festivals hat er sein Publikum verzaubert.
Im Konzert «Von der Freundschaft» im Kongresszentrum steht die legendäre Pariser «Groupe des Six» im Fokus, eine Gruppe befreundeter Komponierender um Arthur Honegger und Darius Milhaud. Tillmann Höfs, der schon 2021 Festivalhornist in Davos war, spielt mit Julius Asal am Klavier Francis Poulencs ohrenschmeichelnde «Élégie», und die junge Schweizer Harfenistin Joanna Thalmann interpretiert die Harfensonate von Germaine Tailleferre, der einzigen Frau in der Sechsergruppe.