«Das Buch hat eine lichtvolle Botschaft»
von Swantje Kammerecker
Ein Nachmittag in Zürich. Dana Grigorcea redet schnell, entschuldigt sich dafür. Ihre Leidenschaft für die Literatur, ihr Interesse für Menschen, ihr soziales Engagement schwingen immer mit. Schon bevor sie mit ihrem Mann, dem Glarner Schriftsteller Perikles Monioudis, 2019 den Verlag Telegramme gründete, hatten sie Benefiz-Lesungen organisiert – eine Plattform für Autoren und ein Kanal, um Menschen zu unterstützen. Der preisgekrönte Roman «Die nicht sterben» (2021) ist nicht ihr erstes Buch, auf Deutsch liegen bereits drei Werke und fünf Kinderbücher vor. Sie erhielt zuvor schon etliche Preise, ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Grigorcea äussert sich dezidiert auch zu (gesellschafts-)politischen Themen. Sie steht öffentlich zu ihrer Meinung über den Ukraine-Krieg: «Wir müssen uns von Putin distanzieren!» 1979 geboren und in Bukarest aufgewachsen, weiss sie zu gut, was es heisst, in einer Diktatur zu leben.
Wie war es für Sie, den Schweizer Literaturpreis zu bekommen?
Dana Grigorcea: Es war eine riesige Freude. Allerdings hat das Buch vorher schon eine grosse Aufmerksamkeit erhalten, vom Lesepublikum, in allen möglichen Medien und vielen Rezensionen, in Leserbriefen und so weiter. Das war wirklich unglaublich. Insofern war es nicht die allergrösste Überraschung. Von den Echos, die ich erhalte, sind mir aber nicht nur Preise und Ehrungen wichtig, sondern jeder einzelne Leserkontakt, jeder Austausch. Vom Bundesamt für Kultur, vom Bundesrat ausgezeichnet zu werden, freut und ehrt mich aber natürlich sehr.
«Die nicht sterben» wurde auch für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Ja, im Ausland ist das Buch sehr präsent, ich bin viel für Lesungen gereist, trotz Corona. Es ist einfach schön, wie eins das andere ergibt. Auch Stipendien für Künstler-Residenzen wurden mir angeboten, aber das passt gerade nicht in mein Leben, ich habe eine Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern und kann nicht auf ein Schlösschen ziehen, um zu schreiben. (lacht)