Graubünden ist für mehr Asylsuchende gerüstet
10'000 Asylsuchende kamen 2020 in die Schweiz. Diese Zahl ist im letzten Jahr um 35 Prozent gestiegen – mit 15'000 Gesuchen. Wir haben darüber berichtet. Dieser Anstieg hat sich auch im Kanton Graubünden bemerkbar gemacht. So waren 207 Personen 2021 im laufenden Asylverfahren. Die Personen kommen aus der Türkei, Afghanistan und Eritrea. «Aus Eritrea haben wir eine grosse sekundäre Migration, das heisst, Familiennachzüge und Geburten, die in der Schweiz sind», sagt Marcel Suter, Leiter Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden. Hauptsächlich seien es Menschen, die aus Flüchtlingslagern in der Südtürkei, in Griechenland und Nordafrika kämen. «Die Reisetätigkeit ist aufgrund der Coronasituation eingeschränkt, sowohl vom afrikanischen Kontinent als auch aus dem asiatischen Raum.» Man spreche auch von einem Nachholeffekt, der ziemlich bald schon im Kanton eintreffen könnte.
Bald 24'000 Asylgesuche schweizweit
Die höheren Zahlen mit aktuell 15'000 Asylgesuchen deuten laut Suter darauf hin, dass es diesen Nachholeffekt geben wird. «Wir erwarten sowohl international als auch auf Landesebene, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren die Zahlen weiter ansteigen werden. ‹So hätten wir dann 24'000 Asylsuchende in der Schweiz.› 2022 dürften es 16'500 Personen sein – mit einer Eintretenswahrscheinlichkeit von 55 bis 65 Prozent. Dies sei auf eine Neustrukturierung im Schweizer Asylwesen zurückzuführen. Sechs Asylregionen des Bundes verteilen die Asylsuchenden auf die Kantone. Eine Prognose zu stellen, sei zudem schwierig, da auch noch die Nachbarländer, die politische Lage und die Erfahrungswerte der letzten 20 bis 30 Migrationsjahre miteinbezogen werden müssten. Viele Faktoren seien zudem nicht vorhersehbar, wie Suter erklärt. ‹Man muss die Glaskugel lesen können und versuchen, die Mosaiksteine so gut wie möglich zusammenzuführen.›