Chur baggert in der Altstadt – eine Leitung von 1907 muss weg
Ein Artikel aus der «Bündner Woche»
Wenn der Polizeikommandant, ein Stadtrat sowie zwei Vertreter der Tiefbaudienste den Schreibenden durch Chur begleiten, muss etwas Spezielles anstehen. Tatsächlich geht es in der Altstadt derzeit etwas unkonventionell zu und her. Denn in diesem Frühjahr begann die Stadt, die Obere Gasse inklusive Werkleitungen zu sanieren. Kein alltägliches Vorhaben, denn die Altstadt stellt die Projektverantwortlichen aufgrund ihrer Lage und Struktur vor so einige Herausforderungen.
Alles in einem
Schaut man den Bauarbeiten einen Moment lang zu, kommt man schnell ins Staunen. Äusserst flink schwenkt der Baggerfahrer die Schaufel seines Gefährts um die Häuserecke. Dann kippt er vorsichtig Aushubmaterial in die Baugrube über die frisch verlegten Werkleitungen. Konkret sind dies Strom und Gas sowie Wasser und Abwasser. Letztere Leitung stammt übrigens noch aus dem Jahr 1907. Neu kommen auch noch Fernwärmeleitungen hinzu. Die lokale Anbieterin, die IBC Energie Wasser Chur, erweitert ihr Netz nämlich auch auf die Altstadt. «Es handelt sich hier um eine koordinierte Baustelle, bei der viele Beteiligte zusammenspannen. Schlussendlich sparen wir so aber Steuergelder, wenn wir die Gasse nur einmal aufreissen müssen und alle neuen Werkleitungen gleichzeitig verlegen und neu anordnen können», stellt Clemens Candrian, Leiter Tiefbau, klar. Was logisch klingt, bedingt aber eine fein austarierte Planung. Denn nicht nur die Koordination der verschiedenen involvierten Stellen ist wichtig, sondern auch die Logistik in der verwinkelten Altstadt mit ihren teils engen Gassen. «Diese Baustelle ist ganz klar eine Herausforderung, aber es ist auch schön, so etwas im Team realisieren zu können», kommentiert der Leiter der Tiefbaudienste, Beat Wildhaber, das laufende Vorhaben.