Anfragen bei der Selbsthilfe Graubünden haben sich verdoppelt
Sorgen nach dem Ende einer Beziehung, Ängste bei Brustkrebserkrankung oder Süchte wie Alkohol: Für solche Themen und noch mehr gibt es Selbsthilfegruppen. Nachfragen, auch telefonische Auskünfte, haben dort massiv zugenommen, wie Jürg Feuerstein, Leiter Kontaktstelle Selbsthilfe Graubünden, verrät. Im vergangenen Jahr wurden fast doppelt so viele Beratungen verzeichnet wie im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Deshalb verlängert die offizielle Kontaktstelle ab dem 15. April ihre Öffnungszeiten. «Wir wollen den Leuten die Gelegenheit geben, sich Hilfe holen zu können, gleichzeitig möchten wir dem Ansturm gerecht werden», so Feuerstein. Es werden alle Anfragen entgegengenommen und die Leute in die jeweiligen Gruppen vermittelt.
Wir wollen dem Ansturm gerecht werden.»
Jürg Feuerstein, Leiter Kontaktstelle Selbsthilfe Graubünden
Wart ihr schon einmal in einer Selbsthilfegruppe?
Immer mehr psychische Probleme
Angestiegen sind laut Feuerstein vor allem die Anfragen im psychischen Bereich. Die Gründe dahinter seien vielfältig. Es habe aber oft mit gesellschaftlichen Problemen zu tun. «Depressionen, aber auch Narzissmus sind ein grosses Thema geworden – auch bei Jüngeren», sagt er. Pro Tag kämen etwa fünf Anfragen nur zum Thema Narzissmus. Auch die Coronasituation sei noch nicht vergessen: Für Long-Covid-Betroffene musste die Selbsthilfe Graubünden sogar eine zweite Selbsthilfegruppe gründen.