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Astrologie 2025: Was die Sterne über den Wandel der Zeit und das kommende Jahr verraten

Was erwartet uns 2025? Astrologin Caroline Vils und Astrologe Albert Flepp blicken in die Sterne

Bündner Woche
27.12.24 - 04:30 Uhr
Graubünden
Das wird den Zeitgeist einer ganzen Epoche beschreiben: Die Erdbetonung muss der Luftbetonung weichen.
Das wird den Zeitgeist einer ganzen Epoche beschreiben: Die Erdbetonung muss der Luftbetonung weichen.
Caroline Vils

von Susanne Turra

Zum Zeitpunkt, an dem wir geboren werden, herrscht eine Sternenkonstellation am Himmel. Sie drückt uns ihren Stempel auf. Sie prägt uns. Die Planeten gehen weiter. Sie drehen ihre Runden. Sie treffen sich. Dabei gibt es langsame Planeten und schnelle Planeten. Die Langsamen sind die Planeten, die kollektiv am meisten Einfluss haben. Auf uns. Und auf den Zeitgeist. Ein Gespräch mit Astrologin Caroline Vils und Astrologe Albert Flepp.

Caroline Vils und Albert Flepp, fragen Sie Menschen, die Sie kennenlernen, immer zuerst nach ihrem Geburtsdatum?

Caroline Vils: Am liebsten schon. Aber mein Anstand lässt es nicht zu (lacht). Ich beobachte aber mein Gegenüber genau. Und dann mache ich Thesen. Und da liege ich meistens gar nicht so falsch.

Albert Flepp: Ich muss nicht fragen. Ich spüre es (schmunzelt). Da spielen so viele Komponenten mit. Die Erziehung. Das Aufwachsen. Kann mein Gegenüber die Begabungen, Eigenschaften und Fähigkeiten ausleben? Das gibt schon ein gutes Bild eines Menschen.

Gehen wir auf Anfang. Was ist Astrologie?

Caroline Vils: Astrologie ist eine Erfahrungsmethode. Früher war sie überlebenswichtig. Die Menschen versuchten, jedem Zeichen etwas zuzuordnen. Sie wollten wissen, wie wird der Winter? Und da haben sie den Himmel beobachtet. Die Konstellation der Sterne. Über Jahrtausende haben sie kombiniert und Schlüsse daraus gezogen. Dabei haben sie immer wieder Regelmässigkeiten festgestellt. Sie haben die Zeitqualität verstehen gelernt. Diese Zeitqualität spiegelt sich auch im Horoskop eines einzelnen Menschen. Es ist wie ein Stempel, den wir bei der Geburt aufgedrückt bekommen. Ein Horoskop teilt man nur mit Menschen, die zum gleichen Zeitpunkt auf dem gleichen Breitengrad geboren sind. Sonst mit niemandem. 

Und was unterscheidet die Astrologie von der Astronomie?

Albert Flepp: Astrologie ist eine Sterndeutung. Eine Symbolsprache. Bei der Astronomie geht es um die Berechnung der Planeten und Sterne am Himmel. Um die Physik und die Chemie. Dennoch. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war es üblich, dass Astrologie und Astronomie gemeinsam betrieben wurden, da man davon ausging, dass die Bewegungen der Himmelskörper sowohl physikalische als auch metaphysische Auswirkungen auf das Leben der Menschen hatten. Weil die Kirche damals Angst hatte, dass sich die Gläubigen durch die astrologischen Praktiken von einer direkten Beziehung zu Gott und von den offiziellen kirchlichen Lehren entfremden könnten, hat sie die Astrologie abgelehnt und bekämpft. Nur noch die Astronomie, die kognitiv und vom Verstand her erklärbar war, hat gezählt. Die Astrologie wird bis heute als Pseudowissenschaft abgetan. Und so sind Astrologie und Astronomie heute zwei verschiedene Disziplinen.

Kommen wir auf das nächste Jahr zu sprechen. Welche Planeten spielen 2025 eine besondere Rolle?

Caroline Vils: Die Astrologie basiert stark auf den vier Elementen: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Wenn nun mehrere langsame Planeten im gleichen Element sind, ist das sehr prägend. Die langsamen Planeten haben kollektiv am meisten Wirkung auf uns. Sie spielen 2025 eine besondere Rolle. Unter anderem, weil sich die Betonung der Elemente verschiebt. Vom Element Erde zum Element Luft.

Welche Planeten sind das genau?

Albert Flepp: Uranus, Neptun und Pluto. Uranus wird mit Revolution, Innovation, Veränderung und Freiheit assoziiert. Er repräsentiert plötzliche, unerwartete Veränderungen und das Streben nach Unabhängigkeit. Neptun wird mit Spiritualität, Intuition, Fantasie und Täuschung in Verbindung gebracht. Er repräsentiert den Zugang zu höheren Bewusstseinszuständen und das Streben nach idealisierten Vorstellungen. Pluto symbolisiert Transformation, Macht, Tod und Wiedergeburt. Er steht für tiefgreifende, oft unausweichliche Veränderungen und die Konfrontation mit den dunkleren Aspekten des Lebens.

Caroline Vils: «Das Element Erde hat gerne Konstanz, Festigkeit, Sicherheit. Die Luft will etwas anderes.»
Caroline Vils: «Das Element Erde hat gerne Konstanz, Festigkeit, Sicherheit. Die Luft will etwas anderes.»
zVg
Albert Flepp: «Wir dürfen nicht nur bei den Ideen bleiben. Wir müssen sie auch umsetzen.»
Albert Flepp: «Wir dürfen nicht nur bei den Ideen bleiben. Wir müssen sie auch umsetzen.»
zVg

Und welche Sternzeichen dürfen sich auf nächstes Jahr freuen?

Caroline Vils: Das kann so nicht beantwortet werden. Dasselbe Sternzeichen, das Zeichen, in dem die Sonne steht, dauert jeweils rund 30 ​Tage. Nehmen wir als Beispiel den Wassermann. Pluto steht aktuell Anfang Wassermann. Und wenn Pluto die Sonne küsst, sagt er, du musst jetzt meine Themen integrieren. Das ist bei jenen, die Anfang Wassermann geboren sind, jetzt der Fall, aber bei später im Wassermann Geborenen unter Umständen erst in 10 bis 20 ​Jahren, da Pluto so langsam wandert. Der Teufel steckt also auch hier im Detail. Das kann man nicht auf ein Sternzeichen runterbrechen. 

Albert Flepp: Wir sind jetzt im Wassermannzeitalter angekommen. In einem Luftzeichen. Grob gesagt dürfen sich also Luftzeichen speziell freuen. Wenn sie denn wollen.

Wenn sie denn wollen?

Caroline Vils: Die Sterne machen prinzipiell gar nichts mit uns. Sie zeigen nur an. Wir sind lediglich dazu eingeladen, auf den Zug aufzuspringen. Eingeladen zum Mitgehen. Offen sein. Flexibel sein. Diese Einladung können wir annehmen oder nicht.

Was raten Sie uns?

Albert Flepp: Lassen Sie sich von der Luftenergie nicht zu stark hetzen und stressen. Holen Sie sich einen Ausgleich in der Natur. Verbinden Sie Geist und Körper mit den neuen Ideen. Es soll auch immer noch alles Hand und Fuss haben.

Caroline Vils: Das seelische und körperliche Wohl ist wichtig. Aber es ist auch Flexibilität gefragt. Halten Sie nicht um jeden Preis am Alten fest. Es ist alles im Wandel. Wenn man nicht erkennt, dass etwas vorbei ist, dann beginnt es wehzutun. Denn es wird einem weggenommen. Besser ist manchmal, man lässt gewisse Dinge freiwillig los.

Und was zeigt der Blick in die Sterne für 2025? Oder anders gefragt, steht das neue Jahr unter einem guten Stern?

Caroline Vils: Wir haben die letzten rund 200 Jahre eine Erdbetonung gehabt. Und jetzt kommen wir in eine Luftbetonung. Das wird den Zeitgeist einer ganzen Epoche beschreiben. Und uns die nächsten 20 ​Jahre prägen. Jetzt kommen die Rütteljahre. Die Macht wird sich verteilen. Hierarchien werden aufgeweicht. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Das alte System funktioniert nicht mehr. Das Element Erde hat gerne Konstanz, Festigkeit, Sicherheit. Die Luft will etwas anderes. Das wird spannend. Aber auch nicht für alle einfach. In der Astrologie distanzieren wir uns von gut und schlecht. Wir leben in einer dualen und polaren Welt. Da gibt es immer zwei Seiten. Wo Licht ist, ist Schatten. Um das eine wahrzunehmen, braucht es auch das andere. So oder so müssen wir mehr in die individuelle Verantwortung gehen. Die Energien sind vorwärtsgerichtet. Aber wir dürfen nicht abheben. Die Werte, die uns wichtig sind, sollten wir beibehalten. Sonst ist der Preis zu hoch. Zum Beispiel unsere hart erarbeiteten Menschenrechte. Die dürfen nie verloren gehen.

Albert Flepp: Die Zeit, in die wir kommen, war vor ungefähr 300 ​Jahren in einer ähnlichen Konstellation. Da sind Parallelen erkennbar. Zur Französischen Revolution. Zur Aufklärung. Für die ältere Generation waren die materiellen Werte noch wichtiger als für die jüngere Generation. Letztere will Ideen, Innovation, Information, Kommunikation, Kooperation. Auch KI ist ein wichtiges Thema. Und Vernetzung. Nicht nur global, sondern auch im kleinen Rahmen. Es wird vermehrt Gruppierungen mit gleichen Interessen geben. Gemeinschaften, die etwas bewegen. Wir dürfen aber nicht nur bei den Ideen bleiben. Wir müssen sie auch umsetzen. Das wird die Herausforderung sein. Die Bodenständigkeit im Luftzeichen. Dabei wird uns kein Schicksal auferlegt. Wir haben die Wahl. Letztendlich ist es das, was wir daraus machen.

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