Aus dem Wingert in den dunklen Keller: So schützt man Wein vor Lichtschäden
Weintrauben mögen es gerne hell. Licht sei für das Wachstum und die Fotosynthese der Reben und die Reifung der Trauben sehr wichtig, sagt Ueli Liesch. Der Präsident des Branchenverbandes Graubünden Wein sagt aber auch, dass Trauben ob zu viel Licht einen Sonnenbrand bekommen können. Entsprechend unterschiedlich werden die Laubarbeiten in den Wingerten ausgeführt. Während einige Winzer viel Laub rund um die Trauben entfernen, lassen andere wie Liesch ein sogenanntes Deckblatt über den Beeren als Sonnenschutz hängen. Zu diesem Thema gebe es aber kein Richtig oder Falsch, so Liesch.
Innert kurzer Zeit sehr viel Schaden möglich
Sind die Trauben aber geerntet, so ist für den Wein die Zeit des Lichts erst einmal vorbei. Denn, so Liesch, Licht könne Wein innert kurzer Zeit sehr viel Schaden zufügen. Licht führe zudem zu Zersetzungsprozessen, die den Wein geschmacklich negativ verändern. Daher empfiehlt Liesch dunkles Glas für Weinflaschen und einen dunklen Lagerort. «Wein in durchsichtigen Flaschen ist zwar für den Verkauf von Vorteil, so wird Roséwein in der Regel in weissen Flaschen präsentiert. Dunkle Flaschen schützen hingegen den Wein», so Liesch.
Diesbezüglich würden Hersteller von Weinflaschen tüfteln und immer wieder Neuigkeiten auf den Markt und zu den Weinproduzenten bringen. Früher gab es Weinflaschen aus braunem Glas. Diese seien aber aus der Mode gekommen. Daher werde heutzutage Wein in Glasflaschen in diversen Grüntönen abgefüllt.
Bei der Lagerung sei das Licht noch entscheidender als die Temperatur, ist Liesch überzeugt. Denn Wein altert im Licht relativ rasch. «Zunächst», so Liesch, «leidet die Farbe. Danach werden durch zu viel Licht Aromakomponenten zerstört.» Am besten sei die Lagerung gänzlich ohne Licht, ganz im Dunkeln.
