81 ist nur eine Zahl: Mit Yoga und Langlauf im Schuss
Halbe Sachen waren noch nie etwas für Françoise Stahel. Ausser beim Halbmarathon, an dem sie in einigen Wochen wieder am Start steht. Die vife Französin läuft in diesem Jahr ihren 50. Engadiner und ist längst zum Aushängeschild des Anlasses und zur Botschafterin für Bewegung im Alter avanciert. Zeitungen und Fernsehstationen aus nah und fern berichteten bereits über die Wahlklosterserin, die auch im stolzen Alter von 81 noch so gut im Schuss ist und wohl manchen 30-Jährigen in den Schatten stellt.
Françoise Stahel blickt auf ein bewegtes Jahr 2018 zurück.
Hartes Leben
Stahel wuchs, geboren 1937 als Françoise Archambault, in der französischen Loire-Gegend während des Krieges auf. «Wir hatten zu essen, aber wir mussten hart arbeiten», erzählt sie. Später reiste sie für eine Arbeit als Hotelsekretärin nach Klosters, wo sie ihren Mann kennenlernte. Mit ihm bekam sie zwei Kinder und zog ins Engadin.
Doch wieder wurde Françoise Stahel vom Leben herausgefordert. Die Liebe scheiterte, und nach der Scheidung stand die zweifache Mutter ohne finanzielle Mittel da. Stahel meisterte auch diese Situation. Sie eröffnete ihr eigenes Treuhandbüro und wurde später sogar als erste Frau in den Zentralvorstand des Schweizerischen Treuhänderverbands aufgenommen.
Auch auf der Loipe des Engadin Skimarathons hatte die Französin zu kämpfen gelernt. Zu Anfangszeiten des Marathons waren weibliche Teilnehmer noch eine Seltenheit. «Die Männer hatten keine Freude an uns und versperrten uns den Weg», erzählt Stahel.