Das WEF von A bis Z
A wie Armeeeinsatz
Ein Grossteil des Armeeaufgebots zum WEF-Einsatz in Davos ist am Montag eingerückt. Die Armeeangehörigen schützen wichtige Infrastrukturen wie Stromleitungen und transportieren Politikerinnen und Politiker in der Luft. Daneben sind die Armeeangehörigen für die Wahrung der Lufthoheit zuständig. Mit dem Einsatz unterstützt die Armee den Kanton Graubünden. Das Parlament hat für den Einsatz eine Obergrenze von 5000 Armeeangehörigen festgelegt. Die Einsatzverantwortung liegt bei den zivilen Behörden des Kantons Graubünden. Gesamteinsatzleiter ist Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden.
B wie Belastung
Weil Graubünden nicht genügend Polizistinnen und Polizisten hat, um die Sicherheit zu garantieren, stehen in Davos neben Soldaten auch Polizisten aus dem Unterland im Einsatz. Die Kantone halten geheim, wie viele Polizisten sie nach Davos schicken. Weil die personelle Belastung vor und während des WEF hoch ist, gilt während dieser Zeit für viele Polizeikorps eine Ferien- und Kompensationssperre. Konkrete Zahlen veröffentlichte vor Jahren der Kanton Zürich: 20'000 Arbeitsstunden und Zusatzkosten von bis zu 800'000 Franken betrug der Aufwand rund ums WEF 2018.
C wie Chefetage
Vorsitzender des Forums ist Gründer Klaus Schwab. Der Vorstand unter dem Vorsitz des Präsidenten und CEO Børge Brende besteht aus sechs geschäftsführenden Direktoren: Mirek Dušek, Jeremy Jürgens, Gim Huay Neo, Olivier M. Schwab, Saadia Zahidi und Alois Zwinggi. Daneben gibt es einen 29-köpfigen Stiftungsrat mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Und dann gibt es noch ein 38-köpfiges Exekutivkomitee, das die Aktivitäten des Forums leitet.
D wie Demonstration
Am Wochenende gibt es bewilligte Demonstrationen gegen das WEF. Am Samstag ab 10 Uhr organisieren WEF-Gegnerinnen und -Gegner eine Wanderung von Küblis nach Klosters. Um 20 Uhr findet im Kulturschuppen eine Podiumsdiskussion statt. Am Sonntag, um 10 Uhr startet eine Winterwanderung von Klosters zum Postplatz Davos, wo um 15.30 Uhr eine Kundgebung stattfindet, die von der Juso Schweiz organisiert wird.
E wie Einladung
Am WEF teilnehmen können nur geladene Gäste. Mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 130 Ländern samt Entourage werden in Davos erwartet. Darunter 350 Regierungsvertreter, mehr als 60 Staats- und Regierungschefs – ungefähr so viele wie vor einem Jahr. Angemeldet haben sich auch 250 Minister und mehr als 900 Top CEOs. Auf der Teilnehmerliste sind unter anderen die Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter, der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der israelische Präsident Isaac Herzog, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, der chinesische Vize-Premier Ding Xuexiang, Argentiniens Präsident Javier Milei und der neue syrische De-Facto-Aussenminister Asaad Hassan al Shaybani aufgeführt.
F wie Flughafen
Der Flughafen Zürich rechnet in den Tagen vor, während und nach dem diesjährigen WEF mit etwa 1000 zusätzlichen Flugbewegungen, so viele wie in früheren Jahren. Wegen des WEF werden zusätzliche Business-Jets und Staatsmaschinen landen und starten. Zudem dürfte es auch vermehrt Helikoptertransporte geben. Für den Flughafen St. Gallen-Altenrhein, den nahegelegensten Flughafen zu Davos, ist die WEF-Woche die wichtigste des Jahres.
G wie Gastland
Beim WEF handelt es sich um eine der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Veranstaltungen der Welt. Aus Sicht des Bundesrats, der Regierung des Kantons Graubünden und des Kleinen Landrats der Gemeinde Davos ist es sehr positiv, dieses Forum des Meinungsaustauschs und der Lösungssuche zu beherbergen und damit die lange Tradition der Schweiz als Gastland internationaler Konferenzen und Treffen weiterzuführen. Dass sich Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur in Davos versammeln, bietet die Möglichkeit, in der Schweiz in besonderem Rahmen die Beziehungen zu hochrangigen Persönlichkeiten zu pflegen.
H wie Hotline
Die Kantonspolizei Graubünden ist für die Bevölkerung in Davos vor und während des WEF da. Seit dem 6. und bis zum 24. Januar ist die Hotline unter 081 257 58 01 für Fragen und Anliegen zur allgemeinen Sicherheit und zu den verschiedenen Zonen in Betrieb.
I wie Information
Auf www.davos.ch und www.gemeindedavos.ch sind Informationen zum WEF abrufbar. Im Dossier auf www.suedostschweiz.ch/wef findet sich alles rund ums Forum.
J wie Jakobshorn
Die Skigebiete Jakobshorn, Parsenn und Madrisa sind während des Jahrestreffens geöffnet. Zudem fahren die Schatzalp-Bahn und der dazugehörige Sessellift zum Winterwandern. Pischa und Rinerhorn sind während des WEF geschlossen. Ein Tipp: Gerade während des WEF sind die Pisten oft leer in der Region Davos/Klosters.
K wie Kosten
Die Teilnahme am WEF ist für Unternehmen kostspielig: Die geschätzten Kosten pro Delegierter betragen laut Angaben im Internet 40'000 US-Dollar, knapp 37'000 Franken. Das Kostendach für die Sicherheit des Jahrestreffens beträgt neun Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich wie in früheren Jahren gemeinsam mit der Stiftung WEF und seinen weiteren Partnern (Kanton Graubünden, Gemeinde Davos) im Rahmen eines dreistufigen Finanzierungsmodells an den Kosten für die Sicherheitsmassnahmen anlässlich der WEF-Jahrestreffen 2025 bis 2027. Diese werden zu folgenden Anteilen von den Finanzierungspartnern getragen: WEF 50 Prozent, Bund 25 Prozent, Kanton Graubünden 21,67 Prozent, Gemeinde Davos 3,33 Prozent. Am Beitrag der Gemeinde Davos beteiligt sich die Gemeinde Klosters mit 100'000 Franken.
L wie Luftraumsperre
Während des Forums ist der Luftraum über Davos in einem Radius von rund 46 Kilometern eingeschränkt; seit Freitag tagsüber und von Montag bis Samstag dann rund um die Uhr. Dafür patrouillieren permanent bewaffnete Kampfjets. Auch mit der bodengestützten Luftverteidigung wird die Sicherheit des Luftraums geschützt. Ausserdem kommt ein ausgebautes Radarsystem zum Einsatz. Diese Aufgaben erfolgen in Zusammenarbeit mit Österreich und Italien.
M wie Motto
Der Leitsatz für das 55. World Economic Forum lautet «Collaboration for the Intelligent Age» («Zusammenarbeit für das intelligente Zeitalter»). «Das Jahrestreffen findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die globale Unsicherheit so gross ist wie seit einer Generation nicht mehr», so Børge Brende, CEO des Forums. Im Mittelpunkt stehen folgenden Prioritäten: Vertrauen wiederherstellen. Wachstum neu denken. Den Planeten schützen.
N wie Name
Das World Economic Forum heisst erst seit 1988 so. Zuvor hiess es European Management Forum, bei seiner Erstausgabe European Management Symposium.
O wie öffentlicher Verkehr
Der Tourismus in der Region Davos/Prättigau ist während des WEF nicht beeinträchtigt. Es bestehen keine Reisebeschränkungen. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Wartezeiten kommen kann. In Davos gibt es während des WEF Gebiete mit Zutrittsbeschränkungen. Davos ist mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Privatfahrzeug erreichbar. Allerdings kann es auf sämtlichen Zugangswegen zu Personen-, Fahrzeug- und Gepäckkontrollen kommen. Diese finden zum Schutz der Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, der Bevölkerung sowie der Gäste statt. Zusatzinformationen über die Verkehrs- und Reisesituation gibt es unter www.rhb.ch, www.strassen.gr.ch und www.sbb.ch.
P wie Planespotting
Für Aviatikfans und Schaulustige erweitert der Flughafen Zürich rund um das WEF die Öffnungszeiten der Zuschauerterrasse. Sie ist vom 18. bis 24. Januar jeweils von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Zudem werden spezielle Rundfahrten für 40 bis 45 Franken angeboten. Mehrere dieser zwei Stunden dauernden WEF-Foto-Touren sind bereits ausverkauft. Auch der «Full Madness Pass» für 650 Franken ist schon nicht mehr erhältlich. Dieser gewährt Zugang zu allen 15 angebotenen WEF-Spezialtouren.
Q wie Quantität
Die Organisatoren rechnen für das anstehende Jahrestreffen mit einer Rekordbeteiligung von knapp 3000 Gästen aus 130 Ländern. Darunter Spitzenpolitiker, Unternehmensführer und Vertreterinnen gesellschaftlicher Organisationen sowie Medienschaffende. Vor einem Jahr reisten mehr als 2800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 120 Ländern samt Entourage nach Davos.
R wie Risikobericht
Der Global Risks Report wird vom WEF im Vorfeld der Jahrestagung veröffentlicht. Basierend auf der Arbeit des Global Risk Network beschreibt er Veränderungen, die in den globalen Risikolandschaften von Jahr zu Jahr auftreten. Als drängendstes unmittelbares globales Risiko für das Jahr 2025 werden bewaffnete Konflikte auf staatlicher Ebene angesehen – fast ein Viertel der Befragten sieht darin die grösste Sorge für das kommende Jahr. Umweltrisiken dominieren die längerfristige Perspektive. Langfristig wird das Bild auch durch technologische Risiken im Zusammenhang mit Fehlinformation, Desinformation und negativen Auswirkungen von KI-Technologien getrübt.
The @wef Global Risks Report 2025, launched today, offers critical insights into the most consequential risks facing the world over the next two years and beyond. #wef25#risks25pic.twitter.com/8RrOsXKNhl
— Børge Brende (@borgebrende) January 15, 2025
S wie Shuttlezüge
Für das diesjährige WEF verkehren zusätzlich drei Shuttlezüge pro Stunde zwischen Davos Dorf und Davos Platz. Diese halten auch an der eigens dafür eingerichteten temporären Haltestelle «Davos Kongress». Dieses Konzept hat sich laut der Rhätischen Bahn seit 2018 bewährt. Damit habe man auf den Strassen eine Entlastung herbeiführen können. Die Züge verkehren von 6.40 bis 20 Uhr.
T wie Trump
Der designierte US-Präsident Donald Trump nimmt dieses Jahr nicht am Jahrestreffen teil. Er wird sich aber am Donnerstag per Videobotschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Davos richten und ihnen seine Sicht der Welt darlegen. Trump wird am Montag das Amt des US-Präsidenten in Washington übernehmen. Am selben Tag startet auch das 55. World Economic Forum. Während seiner ersten Amtszeit besuchte Trump 2018 und 2020 das Forum. Ebenfalls nicht auf der Teilnehmerliste aufgeführt ist der Unternehmer und Trump-Berater Elon Musk. Die Organisatoren wissen nicht, ob Musk kommen wird. Er sei jedenfalls in Davos willkommen.
U wie Umweltschutz
Am WEF wird seit jeher über aktuelle globale Fragen diskutiert. Neben der Wirtschaftspolitik, welche traditionell im Fokus steht, konzentriert sich das Forum aber auch immer stärker auf Themen wie Umweltschutz und soziales Unternehmertum.
V wie Völkerrecht
Am Jahrestreffen werden rund 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur erwartet. Davon sind 200 bis 300 völkerrechtlich geschützte Personen, wie Staats- und Regierungschefinnen und -chefs, Ministerinnen und Minister sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen.
W wie Wertschöpfung
Laut WEF-Direktor Alois Zwinggi generiert das WEF in Davos eine Wertschöpfung von 100 Millionen Franken, schweizweit würden nochmals 80 Millionen Franken hinzukommen. Überdies würden beim Bund, beim Kanton und bei der Gemeinde Steuern in Höhe von über elf Millionen Franken anfallen. Dies ergab eine vom WEF in Auftrag gegebene Studie bei der Hochschule St. Gallen.
X wie X
Das WEF gehört zu den Social-Media-Millionären: Auf Facebook hat das Forum 7,8 Millionen Likes (weniger als im Vorjahr) und 8,9 Millionen Follower (gleich viele wie im Vorjahr), auf Instagram 4,9 Millionen Follower (mehr als im Vorjahr) und auf X 4,4 Millionen Follower (gleich viele wie im Vorjahr). Übrigens, der Account @davos auf X gehört nicht der Gemeinde, sondern dem WEF.
The @wef's Annual Meeting 2025 will take place 20-24 January.
— World Economic Forum (@wef) December 5, 2024
Find out more about #wef25 at https://t.co/n2NT9YyrLhpic.twitter.com/HuXuMKlHLy
Y wie Young Global Leaders
WEF-Gründer Klaus Schwab gründete 2004 das Forum of Young Global Leaders, um eine proaktive Multi-Stakeholder-Gemeinschaft der weltweiten Führungskräfte der nächsten Generation zu schaffen, um Entscheidungen zu treffen, zu beeinflussen und Veränderungen anzustossen. Das Forum Young Global Leaders besteht inzwischen aus 1400 Mitgliedern und Alumni aus 120 Nationen.
Z wie Ziel
Das Ziel des WEF ist das Bilden einer Plattform für Treffen von Topmanagern, Spitzenpolitikerinnen, Wissenschaftlern und Vertreterinnen unterschiedlicher Organisationen. Laut den WEF-Organisatoren dient das seit 1971 mit wenigen Ausnahmen jährlich in Davos stattfindende Forum der Beratung von Problemen sowie künftigen Entwicklungen der Weltwirtschaft und Weltpolitik.