In der Linthebene gleicht der Boden einem vollgesogenen Schwamm
von Urs Attinger
Der ergiebige Regen von letzter Woche hat in der Linthebene mehrere Maisfelder unter Wasser gesetzt. Christian Bruhin, Geschäftsführer von Linthmais, hat selber circa fünf Hektaren Linthmais angepflanzt. «Davon sind etwa 30 Prozent von der Staunässe betroffen», schätzt er.
Vor allem sein Feld mit dem roten Linthmais in der Nähe der Grynau betrauert er. Denn dort hinein hat er all sein Saatgut des roten Linthmaises gesteckt, das er über drei Jahre selber gezüchtet und vermehrt hat. «Nun kann ich höchstens am Rand des Feldes wieder etwas Saatgut ernten. Von einer Ernte kann jedoch keine Rede sein», sagt der Linthmais-Geschäftsführer.
Zu viel Regen für den Mais
Am Montag, 27. Mai, registrierte die Meteonews-Messstation in Galgenen 16,6 Millimeter Niederschlag. Am 28. Mai blieb es trocken, aber am Mittwoch, 29. Mai, ging es richtig los. Es wurden 11,1 mm gemessen, am 30. Mai 33,7 mm und am Freitag, 31. Mai, sage und schreibe 50,7 Millimeter. Der 1. Juni war mit 2,7 mm auch nicht ganz trocken, und am Sonntag, 2. Juni, gab es nochmals 23 mm Regen. Alles in allem sind das 137 mm Regen innerhalb einer Woche. Dies entspricht ziemlich exakt der durchschnittlichen monatlichen Regenmenge von 140 mm bei der Messstation in Wädenswil (ZH) für Mai. In Galgenen beträgt der Normwert 153,6 mm.
Christian Bruhin sagt: «Man muss sich vorstellen, der Boden war am Donnerstag bereits ein total vollgesogener Schwamm. Am Freitag wurde dieser triefende Schwamm unter den Wasserstrahl gehalten. Logisch, dass er kein Wasser mehr aufnehmen konnte.»
Auf all seinen Feldern, auf denen Linthmais unter Wasser stand, schätzt Bruhin den Ertragsausfall grob auf vielleicht zehn Tonnen. Der Wert der Körner, ohne Mahlen oder sonstige Veredelung, liege um 12 000 Franken.
Drainage überlastet
Die Frage, ob die Staunässe auch von der Bodenverdichtung kommen könnte, verneint Christian Bruhin tendenziell. Wenn ein Landwirt Staunässe feststelle, könne er mit dem Tiefenlockerer oder auch mit dem Pflug ins Feld fahren und den Boden lockern.
In diesem Fall sei es eher die Drainage, die nicht mehr Wasser schlucke. Drainagen sind Tonröhren in der Linthebene, welche das Regenwasser in die Bäche ableiten. Wenn die Bäche voll sind, können diese Drainagen das viele Wasser in so kurzer Zeit nicht ableiten, und dies führt zu Staunässe.