Spott und Kritik nach Blitzer-Fall in Leuggelbach: «Mein Auto fährt auch immer zu schnell»
Der Artikel über einen Autofahrer, der wegen eines Blitzer-Vorfalls vor Gericht stand, hat auf Facebook und Instagram zahlreiche Reaktionen ausgelöst. Der Mann wurde im Januar 2025 zwischen Leuggelbach und Luchsingen mit 29 Stundenkilometern zu viel geblitzt. Eigentlich dürfte man nur 50 Stundenkilometer fahren.
Er argumentierte vor Gericht, das Assistenzsystem habe das Auto beschleunigt. Im Zentrum der Diskussion steht jedoch weniger der konkrete Fall als die Frage, wie stark sich Autofahrende auf Fahrassistenzsysteme verlassen dürfen und wo ihre Eigenverantwortung beginnt.
Unglaubwürdige Begründung?
Das Kantonsgericht schreibt im Urteil, dass der Fahrer selber bemerken muss, wenn das Assistenzsystem falsch liegt. Der Fahrer wird deshalb wegen einer einfachen Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
In der Kommentarspalte auf Social Media schreibt der Grossteil der Nutzerinnen und Nutzer, dass die Verantwortung unabhängig von technischen Hilfen immer bei der Person am Steuer liege. So schreibt ein User: «ICH bin der Fahrer und nicht das Navi, der Satellit oder die KI».
Mehrere Nutzerinnen und Nutzer argumentieren, Assistenzsysteme seien lediglich Unterstützung und könnten den Fahrer oder die Fahrerin nicht von der Pflicht entbinden, die Geschwindigkeit selbst zu kontrollieren. Entsprechend stossen die Erklärungen des Autofahrers bei vielen auf Unverständnis. Einige bezeichnen die Begründung als unglaubwürdig oder sprechen von einer Ausrede.