Bündner fliehen vor dem Hurrikan «Irma»
Flavia Caminada hat mitten in der Nacht die Sachen gepackt. Alles, was ihrer Familie lieb und treu ist, hat sie in die Koffer geworfen oder einfach ins Auto gesteckt. Bis nichts mehr reinpasste. Dann ist sie mit ihrem Mann losgefahren. Sie haben Miami verlassen, weil sie vor dem Hurrikan «Irma» flüchten. In den letzten Tagen haben sich die Hinweise verdichtet, dass «Irma» am Samstag auf Florida treffen wird. Nach den letzten Prognosen wird sogar die Millionenmetropole Miami vom Hurrikan erfasst.
In der Folge erhielten bis zu einer Million Menschen in den Küstengebieten Floridas – und im Nachbarstaat Georgia – die Anordnung, ihre Häuser zu verlassen. So auch Flavia Caminada und ihre Familie, die nun ein Teil der grössten Massenevakuierung seit mehr als einem Jahrzehnt ist.
Sie und ihre Familie mussten ihr Haus verlassen. Und sie wollten ihr Haus verlassen. Denn die Bündnerin und ihr Mann leben in der direkten Schneise von Hurrikan «Irma», in der Evakuationszone B. Dies bedeutet leider: Wenn sie zurückkommen, wird das Haus, in dem sie mal lebten, nicht mehr da sein.
Das Leben ist das wertvollste
Als RSO-Reporterin Carmen Baumann Flavia Caminada telefonisch erreichen konnte, sass sie gerade mit ihrem Mann im Auto – sie waren unterwegs in den Norden. Die Stimme von Flavia Caminada zitterte. Manchmal sagte sie nichts, weil sie ihre Tränen zurückhielt. Doch mit der Zeit beruhigte sie sich, und sprach schliesslich mit Carmen Baumann über ihre Gedanken und Gefühle.