Fast jeder zweite Franzose übergewichtig - Schlechtes Essen ein Grund
Die Zunahme der Fettleibigkeit lässt sich den Forschern zufolge in erster Linie durch die Ernährung erklären, mehr als durch Mangel an Bewegung, wie der Sender France Info am Dienstag berichtete. Das Problem ist demnach, dass der Anteil industriell verarbeiteter Lebensmittel auf den Speiseplänen zunimmt. Denn ein Gramm verarbeitetes Essen habe mehr Kalorien als das gleiche Essen, das zu Hause zubereitet werde, hiess es weiter. Natürlich stehe hinter dem Griff zu Fertiggerichten die Frage der Kaufkraft und des Zeitmangels. Deshalb müsse die Politik den Menschen helfen, gesündere Lebensmittelentscheidungen zu treffen, sagten die Forscher. «Die Menschen sind nicht süchtig nach schlechtem Essen, aber sie werden dazu verleitet, es zu kaufen, weil es billiger ist», zitierte die Zeitung «Le Monde» am Dienstag die Inserm-Studienleiterin Annick Fontbonne. «Lebensmittel von guter Qualität, Lebensmittel, die als gesund bezeichnet werden, sind in der Regel teurer.» Führungskräfte seien daher deutlich weniger von Fettleibigkeit betroffen als Arbeiter und Angestellte.
Beim Übergewicht gibt es in Frankreich nach der Studie auch ein regionales Gefälle. Im Norden und Nordosten ist der Anteil Übergewichtiger am grössten, nach Süden hin nimmt der Anteil ab. Die wenigsten Menschen mit Gewichtsproblemen gibt es im Grossraum Paris und in der westfranzösischen Region Pays de la Loire.