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Formel-1-Crack Sebastian Vettel steht auf Mützen aus Uznach

Das Uzner Unternehmen Neumühle Switzerland produziert nachhaltige Mode – damit schmückt sich auch Sebastian Vettel und wird so auf Social Media gezeigt. Der Formel-1-Rennfahrer trägt die Marke in die weite Welt.
12.02.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Edith Fehr und ihr Sohn Andreas Fehr führen gemeinsam das Kleinunternehmen Neumühle Switzerland, welches sie nach ihrer Heimat, dem Uzner Tal Neumühle benannt haben. Mutter und Sohn produzieren nachhaltige Modeteile, wie Mützen, Schals, Rucksäcke und Bademode. Was ursprünglich ein Hobby war, wurde ein Geschäft.

Und dieses ist im Aufwind. Nicht zuletzt dank eines international bekannten Stars: der vierfache Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Der 32-jährige Ferrari-Pilot zeigte sich im Januar am Ski-Weltcup-Wochenende in Kitzbühel mit einer Mütze des Uzner Unternehmens – via Twitter gingen die Bilder viral.

Eine schöne Überraschung

Wieso der weltbekannte Formel-1-Crack das Kleinunternehmen mit Uzner Wurzeln «unterstützt», fragten sich auch die Fehrs, wie Andreas Fehr auf Anfrage sagt: «Wir vermuten, dass Sebastian Vettel zwei unserer Mützenmodelle trägt, weil sein Anwesen im Thurgau ebenfalls Neumühle heisst. Entweder hat er sie geschenkt bekommen, oder er ist selber auf uns gestossen.» Das spielt aber keine Rolle, denn der Werbeeffekt ist enorm.

Sebastian Vettel wohnt seit 2009 in der ehemaligen Mühle von Ellighausen im Kanton Thurgau. Über Generationen hinweg wurde dort Getreide verarbeitet. Die Mühle ist als Neumühle von Ellighausen bekannt. Auf Twitter wurden Fehrs auf den prominenten Träger ihrer Produkte hingewiesen.

Für ein Unternehmen kann das einen unschätzbaren Wert haben. Wie Starwerber Frank Bodin auf Anfrage sagt, kann das für die Marke ein grosses Geschenk sein.

«Wenn ein Unternehmen einen solchen Werbeauftritt bezahlen müsste, könnte das schnell einen Betrag im siebenstelligen Bereich kosten.» Der Gegenwert eines solchen Fotos auf den sozialen Medien könne aber so nicht beziffert werden.

Mode aus «Abfall»

Das Unternehmen aus Uznach freut es, dass sich der Formel-1-Star mit gleich zwei Produkten von verschiedenen Kollektionen in der Öffentlichkeit zeigt. Gemäss Fehr tragen die Kollektionen alle die Namen der Produzenten – und so kommt es auch, dass Edith Fehr die erste Kollektion «Von Mami» in Uznach in der Neumühle verantwortet. Ihre Leidenschaft ist das Häkeln von Mützen. Andreas Fehr kümmert sich um den Vertrieb der Produkte und um die Weiterentwicklung der weiteren Kollektionen.

«Für uns ist es sehr wichtig, dass die Designs eine ökologische Auswirkung haben», betont Andreas Fehr. Er wurde durch seine Reisen durch Russland, China und Südostasien sensibilisiert und misst der Wiederverwertung ein möglichst hohes Gewicht bei. So produzieren die Fehrs beispielsweise Schals aus rezyklierten Pet-Flaschen und Merinowolle. Oder Bademode aus liegen gelassenen Fischernetzen. Die Fischernetze werden weltweit gesammelt, gesäubert und zu Nylon-Garn verarbeitet. Produziert würden die Teile überall auf der Welt, sagt Andreas Fehr und fügt an. «Wir wollen kleinere Firmen unterstützen.» Eine Kollektion der nun ins Rampenlicht gekommenen Mützen werde in Vietnam unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt.

Andreas Fehr hat es schon vor geraumer Zeit in die weite Welt hinausgezogen. Heute lebt er – wenn er nicht auf Reisen ist – in Zürich. Seine Mutter Edith Fehr hingegen ist der Heimat treu geblieben und wohnt nach wie vor in Uznach – in der Neumühle.

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