Bündner gehen den Graureihern an den Kragen
49 Graureiher sind im vergangenen Jahr in Graubünden erlegt worden, wie das SRF Regionaljournal am Montag vermeldete. Schweizweit seien es 51 Tiere gewesen.
Eine Regel mit zwei Ausnahmen
Weshalb wurden so viele Graureiher trotz ihres Schutzstatus' getötet? Und weshalb so viele von ihnen in Graubünden? Der Schweizer Vogelschutz Birdlife sucht nun das Gespräch mit dem Kanton.
Es gibt zwei Ausnahmen, wann ein geschützter Graureiher erlegt werden kann: Wenn er in einer Fischzucht trotz Schutzmassnahmen – zum Beispiel ein Netz über dem Teich – immer wieder Fische erbeutet. Oder wenn er in einem Gewässer mehr als zehn Prozent der Fische verletzt. Beide Punkte seien im Misox erfüllt gewesen, erklärte Hannes Jenny vom Amt für Jagd und Fischerei gegenüber dem Regionaljournal. Zudem seien sechs der 49 Tiere verletzt gewesen.
Im Unterland gelassener
Die Vogelschützer wundern sich dennoch. Im Unterland sei die Population der Graureiher grösser als in den Bergkantonen. Dort seien aber im vergangenen Jahr nur zwei Tiere erlegt worden.
Nun wollen die Vogelschützer von Birdlife mit dem Kanton sprechen. Sie wollen, dass auch Graubünden den 2015 gefällten Bundesgerichtsentscheid umsetzt. Dieser besagt, dass Graureiher-Abschüsse vom Vogelschutz bewilligt werden müssen. Graubünden hat bis anhin nach dem eigenen, älteren Graureiher-Konzept gehandelt. In den nächsten Tagen würden der Kanton und Birdlife zusammen über das zukünftige Vorgehen sprechen, berichtet das Regionaljournal abschliessend.