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Eishockey

Unterwegs Richtung Tabellenspitze?

Luca Infanger hat zum 5:2-Sieg des EHC Chur gegen Düdingen drei Tore beigesteuert. Es war am Samstag vor 715 Zuschauern der fünfte Sieg des Stadtklubs in den letzten sechs MSL-Meisterschaftsspielen.
Jürg Sigel
13.11.2017, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Als der EHC Chur am Samstag Düdingen bezwungen hatte, war im Hallenstadion unter anderem die Zuschauerzahl ein Thema. Da standen sich der Viert- und Zweitletzte der MSL gegenüber, und trotzdem kamen 715 Schaulustige. «Dass ein Gegner hier gastierte, den man hier bisher nicht kannte, ist wohl mit ein Grund», meinte Chur-Präsident Urs Knuchel. «Wir spielen halt kein schlechtes Eishockey», sagte Chur-Trainer Marcel Habisreutinger. «Wir haben eben die besten Fans der Liga», sagte Chur-Stürmer Luca Infanger. Recht hatten alle drei.

Luca Infangers Tore

Fünf seiner letzten sechs Meisterschaftsspiele hat der Bündner Stadtklub gewonnen – und er verbesserte sich in der Tabelle auf Rang 7, belegt nun einen Play-off-Platz. «Langsam sind wir eingespielt», erklärte Infanger, der Mann des Abends. Das 2:1 hatte er erzielt, im Powerplay das 3:1 geschossen und 27 Sekunden vor Schluss noch zum 5:2 ins leere Tor getroffen. «Drei Tore in einer Partie sind mir im Fanionteam noch nie gelungen», so Infanger. Mehr als über seine Treffer freute er sich aber über drei weitere Punkte, die sich die Churer gegen Düdingen hart erarbeiten mussten. Im Startdrittel taten sie sich trotz der 1:0-Führung schwer. Erklären liess sich die schwache Vorstellung damit, dass Chur seit dem 24. Oktober erst die zweite Partie bestritt – sowie die erste seit zehn Tagen. Infanger: «Nach einer so langen Pause brauchte es Zeit, um wieder ins Spiel zu kommen.»

Habisreutinger strich das Positive heraus. «Es ist eine Kunst, nicht gut zu spielen und am Ende doch zu gewinnen.» Immerhin sah er ab dem zweiten Drittel eine Steigerung. Habisreutinger: «Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie immer reagieren kann. Alle übernehmen Verantwortung.» Und alle skoren. Gegen die Freiburger schoss Lars Arpagaus das 1:0 und zugleich sein erstes Saisontor, Lukas Sieber zeichnete für das 4:2 verantwortlich, Dario Horber glänzte mit drei Assists, Alban Rexha löste mit seinen zwei Assists Sions Sami El Assaoui als bester Skorer der Liga wieder ab.

Fünf Verlustpunkte hinter Sion

Vor dem Samstagsspiel war der EHC Chur noch unter dem «Strich» klassiert. 60 Spielminuten später scheint es, als würde sich der Stadtklub heimlich Richtung Tabellenspitze bewegen. Das mag mutig formuliert sein. Doch in einer Liga, in der kein Klub konstant ist, beträgt Churs Rückstand auf Leader Sion lediglich fünf Verlustpunkte. Drei, vier weitere Siege könnten deshalb den Sprung auf Platz 1 bedeuten. Das sei in dieser Liga möglich, sagt Habisreutinger. «Man kann aber auch drei-, viermal verlieren und plötzlich ganz hinten sein.»

Nun folgen jedoch zwei Partien, in denen es für Chur «Verlieren verboten» heisst – gegen Bülach am Mittwoch (auswärts) und am Samstag im Hallenstadion gegen Schlusslicht Université Neuchâtel. Man könne diese Partien gewinnen, so Habisreutinger, «vorausgesetzt, wir spielen besser als gegen Düdingen». Infanger, der morgen seinen 21. Geburtstag feiert: «Sicher erwarten wir zwei Siege. Wir wissen aber auch, dass es schwierig wird.» Schwierig wird es jedoch ebenfalls für die Konkurrenten. Schliesslich ist Chur ein Team, das auch gewinnen kann, ohne restlos zu überzeugen.