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Eishockey

Ajoie und Langnau schlagen ZSC Lions und Freiburg

Grosse Überraschungen in der Eishockey-Meisterschaft: Der HC Ajoie schlägt die ZSC Lions 3:1, und die SCL Tigers gewinnen gegen Fribourg-Gottéron 4:2.
Agentur sda
26.02.2022, 22:07 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Ajoie hatte vorher 19 Mal hintereinander nicht gewonnen, dabei keinen Punkt geholt und zuletzt zweimal nicht einmal ein Tor geschossen. Auch Langnau beendete die längste Negativserie der Klubgeschichte - 14 Niederlagen hintereinander.

Fribourg bleibt trotz der ersten Niederlage nach sechs Siegen Leader, der EV Zug rückte mit einem klaren 8:2-Heimsieg gegen Ambri-Piotta aber nahe an die Freiburger heran.

Am oberen Playoff-Strich verschaffte sich der HC Davos (6.) mit einem 3:1-Erfolg über Lugano (9.) etwas Luft, auch weil Lausanne (8.) gegen die Rapperswil-Jona Lakers zu Hause 2:5 verlor. Nur Servette (7.), das Bern 2:1 besiegte, bleibt mit vier Punkten Rückstand halbwegs an Davos dran.

Ajoie bezwingt die Lions ein zweites Mal

Ajoie gewann zum zweiten Mal diese Saison ein Heimspiel gegen die Zürcher und feierte den ersten Sieg seit dem 19. November, als die Jurassier Davos ebenfalls 3:1 bezwangen. Die Zürcher dagegen hatten von den vorangegangenen 15 Partien nur noch gegen Zug (zweimal) und Genève-Servette verloren.

In der Ajoie fielen die Lions aber in die Muster des Herbsts zurück. Sie erspielten sich zwar eine optische Überlegenheit, aber kaum Torchancen. Ausserdem agierten die Zürcher zu wenig diszipliniert (sechs Strafen) und in der Abwehrarbeit äusserst nonchalant.

Ajoie nützte diese Schwächen zu drei Powerplay-Toren durch Jérôme Gauthier-Leduc (1:0), Sebastian Wannström (2:1) und Reto Schmutz (3:1/ins leere Tor). Für Zürich traf Maxim Noreau in der 38. Minute zum 1:1.

Langnauer Exploit

Den SCL Tigers kamen mit dem 4:2-Erfolg gegen Fribourg zum ersten Sieg seit dem 7. Dezember. Dies deshalb, weil die Gäste etwas gar überheblich auftraten - und nicht nur, weil Connor Hughes statt Reto Berra das Tor hütete.

Die Vorentscheidung gelang Langnau in der Schlussphase des zweiten Abschnitts. Olympiasieger Harri Pesonen und das Eigengewächs Keijo Weibel brachten die Tigers innerhalb von 105 Sekunden 3:1 in Führung. Gottéron gelang zwar durch Killian Mottet noch der Anschlusstreffer, 40 Sekunden vor Schluss machte Aleksi Saarela für die Tigers mit einem Schuss ins leere Tor aber alles klar.

Für Erstaunen sorgte nicht nur das Schlussergebnis, sondern auch die Zuschauerzahl. Trotz des himmeltraurigen Saisonverlaufs kamen 5117 Zuschauer in die Ilfishalle.

Zug fertigt Ambri-Piotta ab

Yannick Zehnder legte mit einem Doppelpack zum 2:0 (29.) die Basis zum 8:2-Heimsieg von Zug gegen Ambri-Piotta. Dem 24-jährigen Eigengewächs des Titelverteidigers gelangen zum vierten Mal in der National League zwei Tore in einem Spiel.

Nach dem Anschlusstreffer Ambris durch Brandon McMillan (32.) dauerte es bloss 204 Sekunden, bis Marco Müller den Zweitore-Vorsprung wiederherstellte. Im letzten Abschnitt folge die Kür der Zentralschweizer: Zweimal Sven Senteler (43./47.), Gregory Hofmann (49.) und Jan Kovar (58.) schossen vier weitere Tore.

Die Zuger feierten den 18. Sieg im 22. Heimspiel in dieser Saison und den elften in den letzten zwölf Partien. Derweil verloren die Nordtessiner zum fünften Mal in Folge.

Lakers bezwingen Lieblingsgegner

Lausanne kann in der laufenden Meisterschaft als Lieblingsgegner der Rapperswil-Jona Lakers bezeichnet werden. Die St. Galler gewannen mit 5:2 auch das vierte Saisonduell; nach den ersten drei hatte das Torverhältnis 17:3 zu ihren Gunsten gelautet.

Matchwinner der drittplatzierten Gäste, die zuvor zweimal hintereinander verloren hatten, war einmal mehr Roman Cervenka. Der Tscheche erzielte das 1:0 (6.) und 4:1 (51.). Damit hält er nun bei 18 Saisontoren, dazu kommen 40 Assists. Bei Lausanne traf Jiri Sekac zum 1:2 (25.), womit er in der zwölften Partie in Folge punktete. Das war letztendlich ein schwacher Trost. Die Waadtländer hatten zuvor sämtliche fünf Heimspiele im Jahr 2022 siegreich gestaltet.

Genfs späte Wende

Bis zur 45. Minute führte Bern in Genf gegen Servette 1:0. Tanner Richard und Joël Vermin (56.) realisierten für Servette indessen die späte Wende zum 2:1-Sieg.

Ein Matchwinner für Servette war der Goalie: Dominic Nyffeler parierte 31 Schüsse und verhinderte einen Berner Auswärtssieg, der aufgrund des Spielverlaufs verdient gewesen wäre. Nyffeler spielte schon im Januar zehn Partien für Servette und wurde nun erneut von Kloten an Servette ausgeliehen, obwohl Genfs Keeper Gauthier Descloux und Stéphane Charlin (an Langenthal ausgeliehen) wieder fit sind.

Bei der späten Wende bekundete das Heimteam auch Glück. Beim 1:1-Ausgleich fälschte Berns Verteidiger Mika Henauer den Querpass von Tanner Richard unglücklich ins eigene Tor ab.

Telegramme:

Ajoie - ZSC Lions 3:1 (0:0, 1:1, 2:0)

Pruntrut. - 3821 Zuschauer. - SR Hebeisen/Fluri, Huguet/Burgy. - Tore: 29. Gauthier-Leduc (Powerplaytor) 1:0. 38. Noreau (Diem, Pedretti) 1:1. 46. Wannström (Devos/Powerplaytor) 2:1. 60. (59:23) Schmutz (Powerplaytor) 3:1 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ajoie, 6mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Devos; Malgin.

Ajoie: Wolf; Gauthier-Leduc, Pouilly; Rouiller, Hauert; Birbaum, Eigenmann; Bartholet; Huber, Devos, Schmutz; Asselin, Frossard, Schweri; Frei, Romanenghi, Wannström; Bogdanoff, Macquat, Schnegg.

ZSC Lions: Waeber; Weber, Geering; Noreau, Marti; Trutmann, Phil Baltisberger; Guebey; Bodenmann, Malgin, Andrighetto; Azevedo, Roe, Quenneville; Sopa, Diem, Pedretti; Chris Baltisberger, Schäppi, Riedi; Aeschlimann.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Flüeler, Krüger, Morant (alle verletzt) und Sigrist (krank). ZSC Lions von 58:46 bis 59:23 ohne Torhüter.

SCL Tigers - Fribourg-Gottéron 4:2 (1:1, 2:1, 1:0)

5117 Zuschauer. - SR Piechaczek/Urban, Altmann/Cattaneo. - Tore: 13. Grossniklaus (Weibel, Schmutz/Powerplaytor) 1:0. 16. Rossi (Haussener, Jörg) 1:1. 36. Pesonen (Loosli) 2:1. 38. Weibel (Diem, Grenier) 3:1. 40. (39:57) Mottet (Desharnais, DiDomenico) 3:2. 60. (59:20) Saarela 4:2 (ins leere Tor). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 4mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Olofsson; DiDomenico.

SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Elsener; Blaser, Grossniklaus; Zryd, Leeger; Guggenheim; Sturny, Saarela, Pesonen; Rohrbach, Schmutz, Olofsson; Diem, Grenier, Weibel; Berger, Salzgeber, Petrini; Loosli.

Fribourg-Gottéron: Hughes; Sutter, Furrer; Gunderson, Jecker; Kamerzin, Chavaillaz; Dufner; Marchon, Desharnais, Mottet; Rossi, Walser, Jörg; Sprunger, Schmid, DiDomenico; Brodin, Haussener, Bykow; Bougro.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Erni, Huguenin, Mayer, Stettler und Zaetta (alle verletzt), Fribourg-Gottéron ohne Jobin (verletzt). Fribourg-Gottéron von 57:32 bis 59:20 ohne Torhüter.

Zug - Ambri-Piotta 8:2 (1:0, 3:1, 4:1)

6842 Zuschauer. - SR Lemelin/Borga, Obwegeser/Kehrli. - Tore: 9. Zehnder (Marco Müller/Powerplaytor) 1:0. 29. Zehnder (Hansson, Klingberg) 2:0. 32. McMillan 2:1. 35. Marco Müller (Herzog) 3:1. 40. (39:59) Herzog (Powerplaytor) 4:1. 43. Senteler (Klingberg/Powerplaytor) 5:1. 47. Senteler 6:1. 49. Hofmann (Kovar, Simion) 7:1. 51. Trisconi (Bianchi, Fischer) 7:2. 58. Kovar 8:2. - Strafen: 7mal 2 plus 10 Minuten (Kovar) gegen Zug, 8mal 2 Minuten plus Spieldauer (Fohrler) gegen Ambri-Piotta. - PostFinance-Topskorer: Kovar; Pestoni.

Zug: Genoni; Cadonau, Djoos; Schlumpf, Kreis; Hansson, Stadler; Gross; Simion, Kovar, Hofmann; Klingberg, Senteler, Zehnder; Allenspach, Marco Müller, Herzog; Suri, Leuenberger, Bachofner.

Ambri-Piotta: Ciaccio (50. Stefan Müller); Hietanen, Isacco Dotti; Fora, Zaccheo Dotti; Burren, Fischer; Fohrler; Moses, McMillan, Zwerger; Pestoni, Grassi, Conacher; Bürgler, Heim, Kneubuehler; Trisconi, Kostner, Bianchi; Neuenschwander.

Bemerkungen: Zug ohne Martschini (verletzt) und Lander (überzähliger Ausländer), Ambri-Piotta ohne Incir (verletzt).

Lausanne - Rapperswil-Jona Lakers 2:5 (0:2, 1:1, 1:2)

6215 Zuschauer. - SR Stolc (SVK)/Hürlimann, Steenstra (CAN)/Gnemmi. - Tore: 6. Cervenka (Albrecht) 0:1. 9. Rowe (Lehmann, Eggenberger) 0:2. 25. Sekac (Fuchs) 1:2. 40. (39:41) Dünner (Jelovac, Sataric) 1:3. 51. (50:33) Cervenka (Zangger) 1:4. 52. (51:47) Riat (Holdener) 2:4. 59. Forrer 2:5 (ins leere Tor). - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lausanne, 6mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Sekac; Cervenka.

Lausanne: Stephan; Glauser, Genazzi; Heldner, Frick; Holdener, Gernat; Krueger, Marti; Riat, Fuchs, Sekac; Almond, Bertschy, Kenins; Bozon, Paré, Frolik; Douay, Jäger, Baumgartner.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Baragano, Djuse; Sataric, Jelovac; Aebischer, Bircher; Neukom; Lammer, Albrecht, Cervenka; Lehmann, Rowe, Eggenberger; Wick, Dünner, Forrer; Zangger, Mitchell, Brüschweiler.

Bemerkungen: Lausanne ohne Emmerton (überzähliger Ausländer), Rapperswil-Jona Lakers ohne Maier, Vouardoux und Wetter (alle verletzt). Lausanne von 57:27 bis 58:08 ohne Torhüter.

Genève-Servette - Bern 2:1 (0:0, 0:1, 2:0)

5622 Zuschauer. - SR Tscherrig/Wiegand, Schlegel/Stalder. - Tore: 28. Kahun (Praplan, Thiry) 0:1. 45. Richard 1:1. 56. Vermin (Rod) 2:1. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Tömmernes; Kahun.

Genève-Servette: Nyffeler; Karrer, Tömmernes; Vatanen, Maurer; Jacquemet, Le Coultre; Völlmin; Jooris, Filppula, Winnik; Rod, Richard, Vermin; Moy, Smirnovs, Vouillamoz; Antonietti, Berthon, Riat; Cavalleri.

Bern: Wüthrich; Goloubef, Henauer; Andersson, Beat Gerber; Thiry, Colin Gerber; Pinana; Praplan, Kahun, Moser; Jeremi Gerber, Jeffrey, Kast; Fahrni, Varone, Bader; Sciaroni, Neuenschwander, Berger; Ruefenacht.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Miranda, Patry, Tanner (alle verletzt) und Pouliot (gesperrt), Bern ohne Scherwey, Thomas, Untersander (alle verletzt) und Daugavins (überzähliger Ausländer). Bern ab 58:29 ohne Torhüter.

Rangliste nach Punktekoeffizient:

Rangliste: 1. Fribourg-Gottéron 2,12/43/91 (147:105). 2. Zug 2,09/44/92 (161:100). 3. Rapperswil-Jona Lakers 1,89/45/85 (146:113). 4. Biel 1,81/43/78 (134:109). 5. ZSC Lions 1,78/46/82 (148:121). 6. Davos 1,64/45/74 (128:111). 7. Genève-Servette 1,56/45/70 (120:119). 8. Lausanne 1,51/43/65 (121:131). 9. Lugano 1,47/45/66 (135:132). 10. Bern 1,27/44/56 (121:124). 11. Ambri-Piotta 1,09/45/49 (110:133). 12. SCL Tigers 0,78/45/35 (121:175). 13. Ajoie 0,49/43/21 (79:198).

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