Diese ungemähten Flächen stossen nämlich noch nicht überall auf Anklang. «Die ungemähten Wiesenstreifen werden von der Bevölkerung oft als unschöne oder unsaubere Arbeit betrachtet», sagt Sarah Hell, Projektleiterin bei Pro Natura Graubünden. Diese Massnahme zur Förderung von Insekten sei allgemein noch zu wenig bekannt. Das Ziel des Wettbewerbes ist es, das Wissen um und die Wertschätzung für die ungemähten Wiesenstreifen zu steigern, wie Hell sagt.
Am wirksamsten seien die ungemähten Flächen auf artenreichen, mageren Wiesen. Beim grossflächigen Mähen verlieren Kleintiere und Insekten mit einem Schlag ihre Lebensgrundlage. Landwirtinnen und Landwirte würden bei der Mahd hautnah erleben, wie die Heuschrecken wegspringen und welche Vielfalt sich dort bewege. «In gemähten Wiesen findet man praktisch keine Heuschrecken mehr», sagt Hell. «Dadurch geht auch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Kleinsäugetiere verloren.»
Für Pro Natura Graubünden ist der Wettbewerb um die schönsten stehengelassenen Wiesenstreifen auch eine gute Möglichkeit, zu testen, wie gut diese Massnahme zur Insektenförderung für die Betriebe funktioniert. Bereits jetzt werde das Stehenlassen von Rückzugsstreifen auf extensiv genutzten Flächen vergütet und somit gefördert, so Hell. Auch beim Publikumsvoting gibt es für die teilnehmenden Betriebe etwas zu holen: Den Gewinnern winkt in zwei unterschiedlichen Kategorien je ein Gewinn von 1000 Franken.