Asylsuchende wieder in «ihrer» Unterkunft
Anfang April wurden in Graubünden zusätzliche Asylunterkünfte vorbereitet und in Betrieb genommen, um die Vorgaben des Bundes einhalten zu können. Es wurde zusätzlicher Platz geschaffen, damit in der Corona-Krise ein sicherer Abstand eingehalten werden kann. Zu diesem Zeitpunkt waren im Kanton sieben Einrichtungen in Betrieb. Aufgrund der Corona-Massnahmen wurden drei weitere in Betrieb genommen. Dazu gehörte eine unterirdische Anlage in Chur und jeweils ein stillgelegtes Transitzentrum in Disentis und Splügen.
Zum Schutz: Mehr Asylunterkünfte in Graubünden
Schwierigkeiten gab es nur beim Zwischenmenschlichen
Die Inbetriebnahme dieser zusätzlichen Anlagen war kein grosses Problem, erzählt Georg Carl, Leiter Asyl und Rückkehr beim Amt für Migration des Kantons Graubünden gegenüber Radio Südostschweiz. Die unterirdische Anlage in Chur bestehe in einem Mietverhältnis und könne bei Bedarf einfach gemietet werden.
Schwierigkeiten gab es eher beim Zwischenmenschlichen. «Jeder Transfer, der in Auftrag gegeben wird, jede Umplatzierung kann bei den Bewohnern natürlich für ein gewisses Unverständnis sorgen», sagt Carl. Gemeinschaften, die in Zimmern oder Zentren bestanden, mussten vorübergehend aufgegeben werden. «Das ist natürlich immer auch mit Diskussionen verbunden.»
Nur halbe Auslastung möglich
Durch die zusätzlich in Betrieb genommenen Unterkünfte konnten rund 260 Betten zur Verfügung gestellt werden. Allerdings konnten diese aufgrund der reduzierten Belegung durch die Massnahmen des Bundesrates nur zur Hälfte belegt werden, so Carl. In diesen zusätzlichen Unterkünften konnten somit rund 130 Personen untergebracht werden. Wenn überhaupt, denn die Belegung sei über die ganze Zeit sehr tief gewesen.