«Das ist einfach Nadia»
Nadia Damaso mag keine Schubladen. Damit sind nicht etwa jene Schubladen gemeint, in denen Sachen verstaut werden. Sondern jene, in die Menschen gesteckt werden. Sie mag es nicht, wenn man etwas oder jemanden «labelt». Kein Wunder, findet sie auch keine Bezeichnung dafür, was sie tut. Sie mag es etwa nicht, als Köchin bezeichnet zu werden. «Bin ich ja nicht», sagt sie dazu. Schliesslich habe sie keine Lehre zur solchen absolviert. Eine interessante Sichtweise, wenn man bedenkt, dass Damaso zwei Kochbücher herausgegeben hat, die beide auf der Bestseller-Liste landeten. Und sie mag es auch nicht, als Food-Bloggerin bezeichnet zu werden. «Das schon gar nicht. Ich hab ja nicht einmal einen Blog, auf dem ich Rezepte teile.» Nein. Aber einen Instagram-Account, auf dem sie ihre neusten Kreationen präsentiert.
Am ehesten würde sich Damaso noch als Kochbuch-Autorin bezeichnen. Aber am liebsten ist ihr der Ausdruck Kreativ-Kopf. «Ach, ich bin einfach ich. Und das, was ich mache, bin auch einfach ich. Das ist einfach Nadia.» So ist die 22-Jährige. Sie sagt Sätze, die man sonst selten hört. Und hat Ansichten, die nicht jeder teilt. Gerade, weil sie sie so konsequent zu Ende denkt. In ihrem Fall: gesund.
Eine Stunde kochen, eine Stunde essen
In den Kochbüchern von Damaso geht es darum, sich gesund zu ernähren. Es geht darum, bewusst zu essen. Und darum, seinen Horizont zu erweitern. Das suggeriert bereits der Titel ihrer Kochbücher. «Eat better not less», was so viel wie «Iss besser, nicht weniger» bedeutet. Und dieses Motto lebt Damaso im Alltag. Aber auch in diesem Fall auf ihre Art.
Damaso isst nur zwei Mal am Tag. Dafür richtig viel und richtig lange. Dass es angeblich gesünder sein soll, am Tag mehrere, dafür kleinere Portionen zu sich zu nehmen, lässt Damaso kalt. Sie pfeift darauf. «Mir egal, was alle sagen. Ich muss machen, was für mich und meine Gesundheit stimmt.» Und was für Damaso stimmt, ist eben zwei Mal am Tag zu essen. Und dafür nimmt sie sich Zeit. Eine Stunde, um die Mahlzeit zuzubereiten. Eine Stunde, um das Gericht zu essen. Und wenn sie wirklich mal keine Zeit hat, weil ihr Terminkalender so voll ist, dann bestellt sie sich eben was Gesundes an der Theke.