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Zweifelhafte Wasserqualität

Fast jeder zweite untersuchte Brunnen in den Bergen ist verunreinigt.

Ueli
Weber
Sonntag, 10. November 2019, 04:30 Uhr Brunnenwasser
Ob sich Wasser zum Trinken eignet, sieht man nicht immer von blossem Auge. Auch glasklares Wasser kann verunreinigt sein.
ARCHIV

Ein ausgehöhlter Baumstamm, Wasser aus einer nahen Quelle: Viele solche Brunnen bieten Wanderern eine Erfrischung in den Bergen. Doch nicht bei jedem empfiehlt es sich, einen Schluck Wasser zu nehmen.

Das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit kontrollierte im Sommer 34 Brunnen an beliebten Wanderwegen und öffentlichen Grillplätzen im Bündner- und Glarnerland. Bei 15 der 34 Brunnen war die Trinkwasserqualität unbefriedigend.

Drei Proben waren derart stark mit Fäkalkeimen belastet, dass die Gemeinden aufgefordert wurden, die Brunnen umgehend mit «Kein Trinkwasser» zu beschildern. Bei zwölf Brunnen forderte das Amt die Gemeinden oder privaten Besitzer auf, etwas für eine bessere Wasserqualität zu unternehmen. Das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit ist auch für den Kanton Glarus zuständig. Für diesen gibt es wegen der geringen Stichprobenzahl keine gesonderten Zahlen heraus.

«Die Kantone ähneln sich aber so sehr, dass man das Gesamtergebnis getrost auf beide anwenden darf», sagt der Bündner Kantonschemiker Matthias Beckmann gegenüber den «Glarner Nachrichten».

An der Quelle am reinsten

«Wanderer und Mountainbiker sollten die Brunnen genau unter die Lupe nehmen, bevor sie sich daran den Durst löschen», empfiehlt das Amt. Ob sich das Wasser zum Trinken eignet, ist aber von blossem Auge nicht unbedingt sichtbar. «Auch glasklares Wasser kann mit Fäkalkeimen verunreinigt sein.» Besonders nach starken Niederschlägen sei das Wasser oft verunreinigt, wenn die Quelle nicht sauber gefasst sei.

Wasser aus Bächen und Seen sollten Wanderer gar nicht trinken. Das gelte vor allem, wenn sich Vieh oder andere Tiere in der Nähe der Gewässer aufhalten. Und wenn doch: Direkt am Quellaustritt sei das Wasser in der Regel am wenigsten belastet.

Bereits 2014 und 2016 habe man ähnliche Kampagnen durchgeführt, sagte Kantonschemiker Beckmann gegenüber dem Regionaljournal Graubünden von Radio SRF. Mit einer Beanstandungsquote von 44 Prozent sei dies das schlechteste Ergebnis bislang. «Mit dem Ergebnis können wir eigentlich nicht zufrieden sein», so Beckmann.

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