×

Wetter vermieste Bergbahnen auch das Neujahrsgeschäft

Das anhaltend schlechte Wetter in der Neujahrswoche hat den Bergbahnen einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Branche geht von Einbussen von rund 25 Prozent aus. Zuvor war schon das Weihnachtsgeschäft mies verlaufen.

Südostschweiz
Dienstag, 10. Januar 2012, 01:00 Uhr

Von Denise Alig

Chur. – «Normalerweise ist die erste Januarwoche eine starke Woche, doch in diesem Jahr spielte das Wetter überhaupt nicht mit, sodass im ganzen Kanton Umsatzeinbussen von 20 bis 30 Prozent verzeichnet wurden.» Wie Silvio Schmid, Präsident der Dachorganisation Bergbahnen Graubünden und Direktor der Sedrun Bergbahnen AG, gestern auf Anfrage weiter sagte, «war das Wetter – wie schon um Weihnachten – für uns das grössere Problem als der starke Franken». Tatsächlich hatten die Bündner Bergbahnen bei den Ersteintritten schon im Dezember gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 26 Prozent hinnehmen müssen, wobei insbesondere die sonst frequenzstärksten Tage vom 29. bis 31. Dezember wegen starken Schneefalls sehr schlecht frequentiert waren (Ausgabe vom 3. Januar).

«Gäste gehen nicht auf den Berg»

Am Gästeaufkommen als solchem habe es nicht gelegen, erklärte Schmid, die Bündner Wintersportdestinationen seien sehr gut besucht gewesen. «Doch es hat sich einmal mehr gezeigt, dass die meisten Gäste bei Schneefall und Nebel nicht auf den Berg gehen.» In der Region Sedrun sei es gar zu überdurchschnittlichen Einbussen gekommen, weil die Matterhorn Gotthard Bahn wegen der anhaltenden Schneestürme nicht habe fahren können, sagte Schmid. «Wir erlitten Umsatzeinbussen von gegen 30 Prozent.»

Einbussen kaum wettzumachen

Wie Schmid schätzte gestern auch Yves Bugmann, Finanzchef von Davos Klosters Mountains, gegenüber der «Südostschweiz», dass die in der Weihnachts- und Neujahrswoche erlittenen Einbussen in der restlichen Saison «kaum mehr aufzuholen sind». Auch in der Skiregion Davos Klosters seien die Umsatzeinbussen in der ersten Januarwoche im Vergleich zum Vorjahr erheblich gewesen. «Letzte Saison war das Wetter an Weihnachten und Neujahr durchgehend schön, diesmal durchgehend schlecht.» Wie hoch genau die Einbussen von Davos Klosters Mountains über die Feiertage waren, wird laut Bugmann nicht öffentlich kommuniziert. Auch er sagte, die Währungsproblematik sei nicht die Ursache für die schlechten Zahlen. «Doch die Frankenstärke könnte sich im Hinblick auf die Sportferien vom Februar bemerkbar machen.» Allerdings sei es nicht möglich, eine abschliessende Prognose für die nächsten Wochen zu machen, betonte Bugmann. «Auch der Verlauf der weiteren Saison hängt sehr stark vom Wetter ab, das wird das entscheidende Kriterium sein.»

«Es ist genial zum Fahren»

Fatal ist aus der Sicht der Bergbahnbranche, dass die Schneeverhältnisse an sich so gut sind wie seit Jahren nicht mehr, obwohl die weisse Pracht in diesem Jahr sehr lange auf sich warten liess und erst kurz vor Weihnachten eintraf. «Im ganzen Kanton herrscht eine traumhafte Winterkulisse, und die Pisten sind in einem optimalen Zustand, es ist genial zum Fahren», unterstrich Schmid. Er räumte jedoch ein, dass dies für die ganze Schweiz zutreffe, sodass auch die Konkurrenz gut aufgestellt sei. Jedenfalls hoffen die Bündner Bergbahnvertreter, dass der weitere Verlauf der Saison von blauem Himmel geprägt sein wird. Die Saison sei noch lang, und immerhin liege der Ostertermin in diesem Jahr relativ günstig. Ostern ist am 8. April – so früh, dass einem die Lust auf Schneesport noch nicht vergangen ist und so spät, dass es sich für die Bahnen lohnt, ihre Anlagen bis dahin offenzuhalten.

Kommentar schreiben

Kommentar senden