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Tino Schneider, Junge CVP Chur

Tino Schneider konnte es erst nicht fassen. Zu Hause am Computer sass er, um sich die Resultate der Churer Grossratswahlen anzusehen. Er hoffte, dass er nicht als Letzter auf der Liste stehen würde.

Südostschweiz
Samstag, 23. August 2014, 02:00 Uhr die neuen

Doch das war nicht der Fall. Ganz im Gegenteil. Sein Name erschien unter dem Titel «gewählt» und plötzlich realisierte Tino Schneider, dass er jetzt ein Grossrat ist. Seit diesem Moment sind einige Monate vergangen. Mittlerweile hat sich Schneider an den Gedanken, bald im Parlament zu sitzen, gewöhnt. «Ich versuche, die Dinge auf mich zukommen zu lassen», sagt er. Zurzeit absolviert er einen sechsmonatigen Zivildienst bei der Argo. Die Bachelorarbeit seines Geschichtsstudiums gibt er bald ab. Er habe also ein bisschen mehr Zeit, um sich der Politik zu widmen. «Für mich ist es so ideal. Die erste Session wird für uns Neuen nämlich bestimmt sehr intensiv.»

Wenn Tino Schneider nicht arbeitet oder studiert, widmet er sich seiner grossen Leidenschaft: dem Fussball. Er steht als Goalie der 2. Mannschaft des FC Chur 97 auf dem Platz. «Der sportliche Ausgleich ist für mich extrem wichtig, aber ich werde auch in diesem Bereich in den nächsten Wochen Abstriche machen müssen.» Die Standespräsidentenfeier fällt beispielsweise auf einen Matchtag, einige Fraktionssitzungen kreuzen sich mit seinem Training. «Aber ich wusste ja, dass ich Kompromisse machen muss und das werde ich auch tun. Wenn ich etwas mache, dann richtig.» Schwieriger werde es wohl, die Universität und den Grossrat unter einen Hut zu bringen. Ob er im Januar bereits mit seinem Masterstudium in Bern beginnt, weiss Schneider noch nicht. «Vielleicht absolviere ich auch ein Praktikum.» Aber Schneider hat bereits alle wichtige Daten überprüft. «Auch wenn ich wieder an der Uni bin, kreuzen sich die Sessionen und Seminare mit Anwesenheitspflicht nicht sehr oft.» Notfalls müsse halt einmal ein Stellvertreter einspringen, denn seine Ausbildung sei ihm schon sehr wichtig, sagt Schneider.

Der 23-jährige Jungpolitiker will sich aber nicht den Kopf zerbrechen. Er freut sich darauf im Grossen Rat zu sitzen und für die Rechte und Bedürfnisse seiner Generation einzustehen. Ausserdem weiss er, dass seine Familie bei all dem Stress hinter ihm steht. «Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass jemand da ist, falls alles mal zu viel wird.» (Ha)

In der Rubrik «Die Neuen» stellt das «Bündner Tagblatt» sämtliche Grossrätinnen und Grossräte vor, die bei den Kreiswahlen 2014 neu gewählt worden sind. Die Serie erscheint in der Regel täglich.

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