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Skiarena: Andermatt–Sedrun muss warten

In der Skiarena Oberalp geniesst die Verbindung Andermatt–Sedrun höchste Priorität. Bis die Piste aber befahrbar ist, dauert es noch eine Weile. Zuvor müssen andere Anlagen erneuert werden.

Südostschweiz
Sonntag, 29. Januar 2012, 01:00 Uhr

Von Pierina Hassler

Sedrun/Andermatt. – «Bis zur Wintersaison 2013/14 müssen erste Erneuerungen bei den Schneesportanlagen abgeschlossen sein», sagt Franz Steinegger, Verwaltungsratspräsident der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG (AGS). «Um das zu schaffen, müssen sich die Bahnbetreiber aber sputen.» Steinegger redet vom Gebiet Andermatt–Nätschen–Gütsch. Diese Anlagen sind total veraltet. Die Lifte müssen saniert und zum Teil sogar erneuert werden. Es braucht neue Pisten, Beschneiungsanlagen und Lawinenverbauungen. Investitionskosten: 60 bis 80 Millionen Franken.

Die Piste Andermatt–Nätschen– Gütsch muss aber vorhanden sein, damit die Skiverbindung Andermatt–Sedrun überhaupt gebaut werden kann. Auch Steinegger ist der Meinung, dass die Verbindung Andermatt–Sedrun wichtig ist. «Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte er kürzlich: «Die Investitionen müssen aber wie im Schach erfolgen, Zug um Zug.» Und so dauert es trotz grosser Wichtigkeit noch eine Weile, bis die Schneesportler von einem Kanton in den anderen fahren können.

Weitere Investitionen

Geht es nach Steinegger, muss der ägyptische Milliardär Samih Sawiris die «Schachpartie» eröffnen. Sawiris Luxushotel «The Chedi» mit 50 Zimmern und 120 Appartements soll im Dezember 2013 eröffnet werden. Bis dahin sollten auch die ersten Mehrfamilienhäuser mit total 47 Wohnungen fertiggestellt und zumindest teilweise verkauft sein. Anschliessend sind die Bahnbetreiber an der Reihe. Bis zur Wintersaison 2013/14 muss gemäss Steinegger eine erste Erneuerung und Ergänzung bei den Schneesportanlagen abgeschlossen sein. Ist diese erste Bauetappe abgeschlossen, wäre wieder Sawiris an der Reihe. Weitere Mehrfamilienhäuser, ein Kongresshotel und mindestens eines von weiteren sechs geplanten Hotels müssten fertig erstellt sein. Wenn in dieser Phase zusammen mit neuen Hotels und Ferienwohnungen in Sedrun rund 1500 warme Betten entstünden, würde das laut Steinegger weitere Investitionen in die Schneesportanlagen erlauben.

Wichtige Verbindung

Dann kämen laut Steinegger die Erneuerungen und Verlängerungen des Sessellifts Gurschengrat und die Verstärkung der Beschneiung St. Annafirn beim Gemsstock an die Reihe. Und erst dann würde die Bahn Andermatt–Nätschen bis auf den Gütsch verlängert und somit die wichtige Verbindung der Skigebiete von Andermatt und Sedrun realisiert. Die Kosten betragen rund 90 bis 100 Millionen Franken.

Ergebnisse erst Ende März

Der Gemeindepräsident von Sedrun, Pancrazi Berther, ist zufrieden, wie es im Moment läuft. Für ihn ist wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen. «Denn alle wollen die Skiverbindung Andermatt–Sedrun», sagt er. «Samih Sawiris, die schwedische Betreiberfirma Skistar und die Studien der Hochschulen St. Gallen und Luzern sind überzeugt von der Idee.» Tatsächlich hält die Studie der Hochschule St. Gallen in ihrem Fazit fest: «Die Entwicklung der Region kann von einem attraktiven Skigebiet profitieren, sofern die Voraussetzungen der Schaffung eines gesamten konkurrenzfähigen touristischen Angebots erfüllt sind und die touristische Wertschöpfungskette integriert werden kann.»

«Zurzeit beraten Vertreter der Bergbahnen Andermatt und Sedrun, von Sawiris und Skistar das weitere Vorgehen. Mit Ergebnissen sei Ende März zu rechnen», sagte Steinegger.

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