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Politnetz sorgt für Transparenz

Politnetz.ch ist eine unabhängige Internetplattform für Bürger und Politiker. Gegründet wurde die Firma von Thomas Bigliel aus Landquart.

Südostschweiz
Dienstag, 20. August 2013, 02:00 Uhr

Von Rinaldo Krättli

Landquart. – Ein junges Startup-Unternehmen rund um den CEO Thomas Bigliel aus Landquart (GR), setzt sich zum Ziel, Politik zugänglicher zu machen und den Austausch zwischen Bürgern und Politikern zu stärken. Das Web 2.0 ermöglicht eine völlig neue Kommunikation. Dies macht sich Politnetz.ch zunutze und bietet eine Internetplattform, die immer beliebter wird und gar einen renommierten Preis abräumte.

Völlig überrascht waren Bigliel und sein Entwickler Markus Koller, als Politnetz.ch bei der Preisverleihung auf die grosse Bühne gebeten wurde. Schliesslich handelt es sich um einen bedeutenden Preis, genauer um den Grimme Online Award, der publizistische Qualität im Internet würdigt. Politnetz.ch schaffe politische Transparenz und sei ein Vorbild für Bürgerbeteiligung im 21. Jahrhundert, so die Begründung der Jury für die Preisvergabe. Es ist der bisherige Höhepunkt des Jungunternehmens.

Bigliel, CEO von Politnetz.ch, erinnert sich gerne an den 21. Juni zurück. «Es war eigentlich ein sehr erschreckender Moment, weil wir erst dann realisiert haben, was das überhaupt bedeutet. Selber reflektiert man seine Arbeit immer kritischer, als man das von aussen macht. Es war eine grosse Überraschung.»

Den Preis nahmen sie natürlich gern entgegen. «Das Team hat sich enorm darüber gefreut, dass unsere Arbeit entsprechend honoriert wird, und ich denke, da werden noch viele andere Preise daran anknüpfen», meint Bigliel grinsend.

Das Ende der Handabstimmung

Das Startup-Unternehmen mit Sitz in Zürich erlangte im Dezember 2012 Bekanntheit, als man dank Filmaufnahmen nachweisen konnte, dass im Ständerat die Stimmen falsch gezählt wurden. In der Folge regten sich Zweifel in der Öffentlichkeit, ob die Handabstimmung noch zeitgemäss sei. Aufgrund des öffentlichen Drucks beendete der Ständerat dann seine 160-jährige Tradition.

Transparenz sei das Schlagwort, meint der 27-Jährige, doch: «Transparenz besteht eigentlich aus zwei Teilen. Etwas kann transparent sein, aber nicht zugänglich.» Leider sei es vielfach der Fall, dass es für die Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich gute Informationen gäbe, die auch weiterhelfen würden. «Diese sind aber so unmöglich versteckt oder aufbereitet, dass sie kein Mensch versteht», sagt Bigliel. Politnetz.ch stelle alle relevanten Informationen zusammen, ohne diese zu stark zu vereinfachen. Der Bürger könne sich so mit qualitativ guten Informationen am politischen Geschehen beteiligen.

Immer mehr Nutzer

Die Plattform bietet die Möglichkeit, auf Augenhöhe mit den Politikern zu diskutieren. 146 National- und Ständeräte nutzen Politnetz bereits. Insgesamt sind es über 20 000 Nutzer, die ein Gratis-Profil eingerichtet haben. «Das konkrete Ziel ist es, dass man den Bürgern und Politikern eine Plattform bietet, auf der sie sich erstens austauschen und zweitens informieren können.» So sollen sowohl Bürger, als auch Politiker durch den politischen Prozess begleitet werden.

Mehr zum jungen Startup-Unternehmen erfahren sie heute Abend in den News auf «Tele Südostschweiz».

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