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OP-Premiere am Spital Davos

Das Spital Davos hat erstmals in der Schweiz eine Operation an der Wirbelsäule mit einem neuen System des Medizinaltechnikunternehmens Synthes durchgeführt. Die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie erhält dadurch essenzielle Vorteile.

Südostschweiz
Mittwoch, 18. Januar 2012, 01:00 Uhr

Von Béla Zier

Davos. – Vor zwei Wochen fand im Davoser Spital eine bislang in der Schweiz einmalige Operation statt. Eine 30-jährige Frau hatte bei einem Verkehrsunfall eine Fraktur an der Wirbelsäule erlitten. Bei ihrer Versorgung gelangte ein System zum Einsatz, welches bisher gemäss Angaben des Spitals Davos weltweit einzig noch in einer deutschen Klinik zu finden ist. Dabei handelt es sich um die Entwicklung des Medizinaltechnikunternehmens Synthes, das eng mit dem Davoser AO-Zentrum (www.aofoundation.org) zusammenarbeitet.

«Maximal schonend für Patienten

Mit dem erst kürzlich in Betrieb genommenen System ist es dem Spital Davos gelungen, das sogenannte minimalinvasive Operationsspektrum – ein Eingriff mit geringster Verletzung von Haut und Weichteilen – auch massgeblich auf die Versorgung von Wirbelsäulenerkrankungen und -verletzungen zu erweitern. «Der Patientin geht es sehr gut, sie ist schmerzfrei und mobil», hielt Gerald Friedl gestern auf Anfrage fest. Der orthopädische Chefarzt des Spitals Davos hatte die 30-Jährige zusammen mit seinem Team während insgesamt rund zweier Stunden operiert.

In einer Medienmitteilung des Spitals Davos zur Premieren-Operation wird Friedl dazu wie folgt zitiert: «Mit dem neuen Wirbelsäulensystem sind wir jetzt in der Lage, auch grössere Eingriffe maximal schonend für unsere Patienten durchzuführen. Dies, weil wir trotz Schlüsselloch-Chirurgie nicht mehr auf die vielfach essenziellen Vorteile einer offenen Versorgung verzichten müssen.»

Fokus auf medizinische Kompetenz

Für den Davoser Spitaldirektor Markus Hehli bedeutet der erfolgreiche Einsatz des neuen Systems einen Wissens- und Technologievorsprung. Nachdem man in den vergangenen Jahren stark mit der Sanierung der Spital-Infrastruktur beschäftigt gewesen sei, könne man nun wieder die Weiterentwicklung der qualitativ anspruchsvollen medizinischen Kompetenzen ins Auge fassen. Damit werde die Tradition des Spitals als internationale Entwicklungsschmiede in enger Zusammenarbeit mit Partnerinstituten fortgesetzt.

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