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Ohne Bewilligung gibt es auch keinen Fussgängerstreifen

Mehrmals berichtete die «Südostschweiz» über den gefährlichen Strassenabschnitt beim Restaurant «Waldegg» in St. Gallenkappel. Ohne Effekt. Nun wird bekannt: Für die Parkplätze beim «Waldegg» gibt es keine Bewilligung.

Südostschweiz
05.01.12 - 01:00 Uhr

Von Cyrill Pinto

St. Gallenkappel. – Der Gemeindepräsident von St. Gallenkappel hat am Dienstagabend den Rega-Helikopter an die Unfallstelle ausserhalb des Dorfes fliegen sehen. Obwohl er nicht wusste, was passiert war: Er ahnte, dass es auf der Rickenstrasse vor dem Restaurant «Waldegg» zu einem schlimmen Unfall gekommen sein musste.

Dass ein 84-jähriger Mann auf der Rickenstrasse zwischen dem Restaurant «Waldegg» und dem Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde, erfährt Heribert Hubatka am nächsten Tag von der «Südostschweiz». «Es braucht wahrscheinlich Tote, bis gehandelt wird», kommentiert Hubatka den Unfall am Ortseingang von St. Gallenkappel.

Mit Fussgängerstreifen «abgeblitzt»

Der Gemeindepräsident hat bei der kantonalen Verwaltung in St. Gallen wegen der gefährlichen Situation beim Restaurant «Waldegg» interveniert, zuletzt im Sommer 2010. Damals sandte «Waldegg»-Wirt Paul Ricklin via Gemeindepräsident ein Schreiben an das Tiefbauamt. Inhalt: Man sei wegen einem am Ortseingang geplanten Eingangstor in Form einer Mittelinsel besorgt, schrieb der Wirt.

Seine Befürchtung: Wegen der Insel auf der Strasse würden Autos vom Ricken herkommend noch vor dem Ortseingang überholen – genau vor dem Restaurant «Waldegg». Man habe vor ein paar Jahren schon ein Konzept für eine Verbesserung der Situation beim Kanton eingereicht. In der «Südostschweiz» vom 14. August 2010 sprach Hubatka von einer Insel mit Fussgängerstreifen oder einer Abbiegespur, die man ins Auge gefasst habe – aber man sei beim Kanton «mit dem Antrag abgeblitzt».

Keine Bewilligung für den Parkplatz

Dieser Darstellung widerspricht man bei den Kantonsbehörden. Für den Kantonsingenieur ist die Situation an der Rickenstrasse beim Restaurant «Waldegg» «unerfreulich und unübersichtlich», wie er gegenüber der «Südostschweiz» sagt. Gemäss Informationen des Kantonsingenieurs liegt aber für den Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite der Rickenstrasse keine Bewilligung vor – derzeit laufe ein Bewilligungsverfahren. Auch für die Verkehrsführung für den Parkplatz beim Restaurant läuft zurzeit ein Bewilligungsverfahren. Zwangsmassnahmen wie eine Sperrung des Parkplatzes wolle man aber keine ergreifen, so der Kantonsingenieur.

Zuerst braucht es eine Bewilligung

Auch bei der Kantonspolizei «bedauert man die unbefriedigende Situation» beim Restaurant «Waldegg». Man habe mit dem Wirt im Herbst 2010 das Gespräch gesucht und ein paar kurzfristige Verbesserungen wie etwa ein Hinweisschild realisiert, sagt Georg Gübeli von der Abteilung Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei St. Gallen. Für weitere Massnahmen bedürfe es aber einer rechtskräftigen Bewilligung für den Parkplatz, relativiert Gübeli.

Der «Waldegg»-Wirt Paul Ricklin bedauerte im Gespräch gegenüber der «Südostschweiz» den Unfall. Von seiner Seite her seien aber alle nötigen Dokumente für eine Bewilligung bei den Behörden hinterlegt, sagt Ricklin.

Nach dem schweren Unfall auf der Rickenstrasse hofft man nun auf eine baldige Lösung für den gefährlichen «Waldegg»-Übergang und damit auf ein Ende des Schwarzpeter-Spiels um die Sicherheit der Rickenstrasse beim «Waldegg».

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