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Noch erhält Bivio keine Sesselbahn

Trotz eines kleinen Umsatzrückgangs schliesst die Bivio Sportanlagen AG das Geschäftsjahr 2010/11 mit einem guten Resultat. Die Besucherzahlen sind gestiegen und der Cashflow gesunken. Marc Uffer ersetzt Giancarlo Torriani im Verwaltungsrat.

Südostschweiz
Freitag, 07. Oktober 2011, 02:00 Uhr Bergbahnen

Von Gion Nutegn Stgier

Ausser dem letzten Traktandum Varia ist die Generalversammlung der Bivio Sportanlagen AG ruhig und ohne Emotionen verlaufen. Fridolin Vögeli, Verwaltungsratspräsident, war sehr erfreut über das grosse Interesse. An der Versammlung waren 53 Aktionäre mit 2128 von total 2959 Aktien anwesend. In seiner Begrüssung meinte Fridolin Vögeli, den Erfolg strebe man nicht für sich selber an, sondern für die anderen. Gehe es dem Nachbarn gut, sei dies sehr erfreulich. Und trotzdem macht sich Fridolin Vögeli Sorgen um die nächste Saison. Es könne doch nicht sein, dass alle, die an der Grenze wohnen und in der Schweiz den Lohn verdienen, alle Einkäufe im benachbarten Ausland tätigen. Viele Geschäfte müssten Personal entlassen, auch weil die Schweizer ihre Ferien im billigeren Ausland verbringen würden. Der Präsident ist überzeugt, dass man die Zunahme der Arbeitslosigkeit in der Schweiz auch in Bivio merken werde. Die Aussichten für die Saison 2011/12 seien wegen des tiefen Euro alles andere als gut. Aufgrund dessen sehe sich der Verwaltungsrat genötigt, die Prioritäten anders zu setzen. Der Bau einer neuen Sesselbahn Bivio–Camon sei nicht mehr Priorität Nummer 1. Fridolin Vögeli meinte, für eine gute Zukunft müssen sich alle in Bivio näherkommen, neue Projekte gemeinsam entwickeln und realisieren und sich ab jedem kleinen Schritt freuen, welchen der Verwaltungsrat tätige.

Hohe Kosten für Reparaturen

Bis Mitte März verzeichneten die Skilifte Bivio eine gute Saison. Auch wenn der Vorverkauf der Saisonkarten nicht so gut war wie im Vorjahr. Das hat einen Zusammenhang mit dem späten Zeitpunkt der Ostertage (24. April). Vorwiegend die treuen Gäste von Bivio verzichteten auf den Kauf einer Saisonkarte. Diese Tatsache hat sich in einem Rückgang um 5000 Franken bemerkbar gemacht. Die Bivio Sportanlagen AG hat im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 985 000 Franken generiert. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009/10 sind dies 8500 Franken weniger. Das ergibt einen Cashflow von rund 150 000 Franken. Damit liegt der Cash flow mit 15 Prozent weit unter den angestrebten 20 Prozent. Dank grosszügiger Spenden von über 50 000 Franken für den Kinderlift war es dennoch möglich, mit 200 000 Franken mehr Abschreibungen zu tätigen. Die Personalkosten sind mit 35,5 Prozent gleichbleibend wie im Vorjahr. Dagegen sind die Betriebskosten um knapp acht Prozent gestiegen. Reparaturen an Pistenmaschinen haben Kosten von über 125 000 Franken verursacht. Die Investitionen von über 360 000 Franken wurden zum grossen Teil eingesetzt für den Kinderskilift und für eine Pump-station für die Beschneiungsanla-ge. Die Jahresrechnung 2010/11 schliesst mit einem Vorschlag von 1355 Franken.

Zu früh den Betrieb eingestellt

Bei den Frequenzen gab es eine Steigerung um 5,7 Prozent (total 300 000 Frequenzen). Beim Skilift Camon gingen diese jedoch markant zurück. Dafür sind die Fahrten beim Skilift Al Cant um 25 Prozent gestiegen. Der Verwaltungsrat wurde wegen der früheren Schliessung der Anlagen stark kritisiert. Sechs Tage vor Ostern war die Bivio Sportanlagen AG wegen des ungenügenden Schnees gezwungen den Betrieb einzustellen. Wegen der Turbulenzen um diese Schliessung hat Verwaltungsratsmitglied Giancarlo Torriani seine Demission eingereicht. Damit musste die Versammlung nun ein neues Mitglied wählen. Aus der Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, Giancarlo Torriani wieder zu wählen. Die Gemeinde (42 Prozent der Aktien) und der Verwaltungsrat haben jedoch Marc Uffer vorgeschlagen. Er wurde dann auch mit 1611 Aktien-Stimmen gewählt. Giancarlo Torriani erhielt 556 Aktien-Stimmen und scheidet damit nach einigen Jahren als Vizepräsident aus dem Verwaltungsrat. Marc Uffer, Bürger von Savognin, Unternehmer und Kaufmann, wohnt im Unterland und ist bereits seit Kindheit Gast von Bivio.

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