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Nina Levy – das Wetter und seine Launen stets im Auge

Nina Levy aus Sedrun will sich weder Wetterprophetin noch Wetterseherin nennen lassen. Trotzdem versteht «Nina da l'aura», wie «Wetter-Nina» in der Val Tujetsch genannt wird, mehr vom Wetter als mancher Meteorologe.

Südostschweiz
Freitag, 23. Juli 2010, 02:00 Uhr
Nina Levy – das Wetter und seine Launen stets im Auge

Nina Levy aus Sedrun will sich weder Wetterprophetin noch Wetterseherin nennen lassen. Trotzdem versteht «Nina da l'aura», wie «Wetter-Nina» in der Val Tujetsch genannt wird, mehr vom Wetter als mancher Meteorologe.

Von Denise Alig

Disentis/Sedrun. – In der Surselva ist Nina Levy eine bekannte Grösse. So hat die ausgebildete Bäuerin bei Radio Rumantsch und in der «Gassetta Romontscha» über Jahre als ebenso verlässliche wie charmante Wetterexpertin gewirkt. Zwar ist Levy, die überdies fast jede Bauernregel dieser Welt kennt, seit Jahren nicht mehr auf Sendung, mit dem Wetter befasst sie sich jedoch nach wie vor leidenschaftlich. Davon zeugt nicht nur ihr romanischer Übername «Nina da l'aura», «Wetter-Nina».

«Ich bin ein Naturmensch»

Nina Levy aus Sedrun misst seit 1976 im Auftrag des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos jeweils zwischen Anfang November und Ende April täglich die Schneemenge. Mess-Ort ist ein abgestecktes, mit speziellen Messinstrumenten ausgestattetes Stück ihres Gartens. Zusammen mit zahlreichen anderen Personen in der ganzen Schweiz bildet der «Naturmensch» Nina Levy, wie sie sich selber nennt, so die Ergänzung des automatischen Messnetzes des SLF. Übernommen hatten ihr verstorbener Ehemann und Nina Leyv den Posten nach dem Lawinenwinter 1975, als das SLF sein Netz gezielt ausweitete.

Früh geübt

Zu den Aufgaben der SLF-Dokumentalistin gehört überdies das Erstellen von Profilen zur Schneebeschaffenheit. Auf der Basis der landesweit erstellten Schneeprofile erarbeitet das SLF die regionalen und nationalen Lawinenbulletins. Das Wetter zu beobachten gehört für Nina Levy seit ihrer Jugend zum Alltag. Als Mitglied einer grossen Familie mit Bauerntrieb lernte sie schon früh, das Wetter und seine Launen stets im Auge zu behalten. Hilfreich war zudem, dass sie später lange Jahre für das Wanderwegnetz der oberen Surselva zuständig war. «Da ich die Wanderwege selbst mit roter und weisser Farbe markiert habe, war ich sehr viel in der Region unterwegs, sodass ich auch während dieser Tätigkeit immer auch schauen musste, was sich am Himmer gerade tut», erzählt Levi. Als Bezirksleiterin der Bündner Wanderwege ist sie im Übrigen heute noch oft bei fast jedem Wetter in der Natur unterwegs.

«Ich bin Laie»

Von den von Levy erhobenen Daten profitiert nicht nur das SLF, sondern auch die Sedrun Bergbahnen AG. Ihr dienen die Angaben zur Bewirtschaftung der Homepage. «So sind die Informationen zur Schneebeschaffenheit immer aktuell», sagt Levy. Obwohl die auch in der Dorfgemeinschaft – darunter als Pflegerin der schönen Sedruner Geranien – sehr aktive Frau sehr viel vom Wetter versteht, wehrt sie ich gegen Bezeichnungen wie Wetterprophetin, Wetterfee oder Wetterseherin. «Ich bin Laie», betont sie. Zudem habe sie genug Erfahrung mit dem Wetter um zu wissen, dass manchmal alle Messungen, Modelle und Satelliten nicht taugten, um das Wetter richtig vorauszusagen.

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