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Nico spielt Nati A-Volleyball und trainiert die Kleinsten

Von wegen egoistisch: Viele Jugendliche leisten in ihrer Freizeit Freiwilligenarbeit. Die «Südostschweiz» stellt in einer Serie engagierte Jugendliche aus der Region vor. Heute: Nico Beeler, Trainer zweier Volleyballschulen.

Südostschweiz
Mittwoch, 11. Juli 2012, 02:00 Uhr

Von Larissa Rhyn

Rapperswil-Jona. – 25 Mädchen wuseln durch die Turnhalle Rain in Jona, Volleybälle fliegen kreuz und quer. Einer muss die Übersicht behalten: Nico Beeler, der Trainer der Volleyballschule.

Jeden Mittwochabend steht der 19-Jährige in der Halle und versucht, sowohl Einsteigerinnen als auch Fortgeschrittenen ein interessantes und lustiges Training zu bieten. Die Niveauunterschiede sind gross. Die einen sind noch in der Primarschule, andere schon in der Sek. Manche Mädchen halten zum ersten Mal einen Volleyball in der Hand, andere passen ihn mühelos hin und her.

«Ich versuche vor allem, die Mädchen fürs Volleyball zu begeistern, damit sie weitermachen.» Es gehe darum, dass die Kleinen etwas Spielpraxis erhalten und sich bewegen. Nico Beeler selbst spielt auf hohem Niveau: im Nati A-Team von Seat Näfels Volley. Auch bei den Junioren ist er noch aktiv. Früher spielte er zusätzlich beim TSV Jona. Jetzt konzentriert er sich auf Näfels.

Gleichzeitig Spieler und Trainer sein

Der 19-Jährige hat vor acht Jahren angefangen, seitdem begeistert er sich für den Teamsport. Das Training in Jona hat er von seiner Tante übernommen: «Sie hat ein Kind bekommen und konnte die Volleyballschule nicht mehr leiten.»

Beeler machte die Trainerausbildung von «Jugend und Sport» und begann, regelmässig Trainings zu geben.

Letztes Jahr hat er die Matura abgeschlossen und sich für ein Zwischenjahr vor dem Studium entschieden. «So hatte ich die Möglichkeit, mich aufs Volleyball zu konzentrieren und ein bisschen zu jobben.» Er hat bis zu zweimal täglich trainiert, dazu gab er in den Volleyballschulen Jona und Näfels Trainings.

Wenn Beeler im September sein Studium an der ETH beginnt – Gesundheitswissenschaften und Technologie – wird das nicht mehr möglich sein. «Ich kann leider nicht mehr als Trainer arbeiten, obwohl ich es sehr gerne mache.» Der gute Stundenplan ermöglicht es dem Volleyballer, jeden Abend zu trainieren und seine Volleyballkarriere aufzubauen – das regelmässige Engagement als Trainer muss er aber erstmal aufgeben.

«Vereinzelte Trainings werde ich sicher noch übernehmen, um andere zu entlasten.»

Seine Motivation als Trainer basiert auf seiner Liebe zum Volleyball: «Ich will andere begeistern und das weitergeben, was ich gelernt habe.»

Weil er selbst jahrelang als Junior trainiert hat, kennt er viele Übungen und die Trainings sind schnell vorbereitet. «Ich überlege mir, worauf ich den Schwerpunkt legen möchte, die Übungen kommen dann wie von selbst.»

Motivation: Liebe zum Volleyball

Beeler erhält vom Verein eine finanzielle Entschädigung für den Aufwand, hauptsächlich aber macht er es freiwillig. Die Mädchen sind begeistert von ihrem Trainer. «Nico ist nett, er zeigt gut vor und es ist lustig im Training», finden Jana Stadler und Anik Leonhardt.

Beeler freut sich mit, wenn die Spielerinnen Erfolgserlebnisse haben: «Wenn es nach 15 Wiederholungen plötzlich ‘klick’ macht, und eine Spielerin die Technik beherrscht, ist das auch für mich ein schönes Erlebnis.» Negative Erlebnisse hat er selten. «Wenn sie ohne Motivation in die Halle kommen, dann ist es schwierig für mich, ein gutes Training zu gestalten.» Das sei aber die Ausnahme.

Beeler ist nicht der Einzige aus seinem Team, der Freiwilligenarbeit leistet: «Fast alle engagieren sich in irgendeiner Form für den Verein, einige sind im Vorstand oder coachen bald ein Team.» Spätestens wenn seine eigene Volleyballkarriere vorbei ist, will Beeler wieder coachen.

Und auch beruflich möchte er mit Kindern arbeiten – vielleicht sogar als Sportlehrer.

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