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Neuer Anlauf für Brambrüesch–Pradaschier?

Mit dem Verkauf der Pradaschier AG an den Unternehmer Luzi Bergamin kommt die Vision der Skigebietsverbindung Brambrüesch–Pradaschier wieder ins Rollen. Diese würde für alle neue Perspektiven eröffnen.

Südostschweiz
Dienstag, 14. Oktober 2014, 02:00 Uhr

Nadja maurer

Die Idee einer Skigebietsverbindung Brambrüesch–Pradaschier wurde wieder aus der Schublade geholt. Auch wenn es weiterhin eine Vision bleibt: Die Worte vom Lenzerheidner Unternehmer Luzi Bergamin, der zusammen mit einer Trägerschaft das Churwaldner Skigebiet Pradaschier aufgekauft hat, stossen auf offene Ohren (BT von gestern).

Schon lange wird die Verbindung von Pradaschier und Dreibündenstein thematisiert und ist gar im Kantonalen Richtplan vorgesehen. Im Oktober 2006 hatte das Amt für Raumentwicklung für die Planung der Verbindung grünes Licht gegeben. Passiert ist seither allerdings wenig. «Die Planung ist ins Stocken geraten», so Wolfgang Wunderlich, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Chur-Dreibündenstein AG. Die Idee sei gewesen, die beiden Gebiete mittels zwei Sesselbahnen (V-Verbindung) zu erschliessen. Man habe die Vereinbarung getroffen, dass jedes Gebiet einen Lift bezahle. «Schnell war klar, dass das für Pradaschier finanziell nicht tragbar ist», so Wunderlich weiter. Auch der Vorschlag, die Gebiete lediglich mit einem Lift zu verbinden, sei aus finanziellen Gründen nicht umsetzbar gewesen.

Eine neue Dimension für Chur

Dass die Vision mit dem Verkauf der Pradaschier AG an Bergamin nun wieder ins Rollen kommt, beurteilt Wunderlich positiv. Es sei erfreulich, dass «Herr Bergamin voller Tatendrang ist». Die Region sei mit der Skigebietsverbindung Arosa–Lenzerheide zusätzlich in Schwung gekommen. «Die Stadt Chur könnte davon profitieren und sich mit dem ganzen Skizirkus verbinden. Aus wintertouristischer Optik wäre das eine neue Dimension für die Alpenstadt.»

Zur Sprache bringt Wunderlich in diesem Zusammenhang die Ideen rund um den Bereich Talstation Brambrüesch/Stadthalle (das BT berichtete). Man sei mit den Behörden so verblieben, dass man abwarte, was im Talstationbereich passiere. Dort läuft derzeit ein Immobilienentwicklungsprojekt. «Jetzt können wir es aber wagen noch weiter hinaus zu denken in Richtung Skigebietsverbindung Pradaschier – und somit an den Anschluss an Arosa-Lenzerheide.» Gerade auch im Unterkunftsbereich sieht Wunderlich viele Chancen für die Stadt. «Chur ist einige der wenigen Ortschaften, in der noch neue Zweitwohnungen gebaut werden dürfen.»

Die Chur-Dreibündenstein AG wolle denn auch auf Bergamin zugehen und das Gespräch suchen. «Jetzt müssen wir aber erst einmal abwarten, wo die Prioritäten der Neuen Pradaschier AG liegen. Und die Finanzierungsfrage stellt sich natürlich weiterhin», sagt Wunderlich. Denn schon eine einfache Sesselbahn, wie sie für eine Verbindung angedenkt wäre, koste rund vier Millionen Franken.

Die Finanzierungsfrage stellt man sich auch in der Gemeinde Churwalden, denn ein Teil der Anlagen auf Brambrüesch liegen auf Churwaldner Boden. «Wir stehen einer Verbindung grundsätzlich offen gegenüber», so Gemeindepräsident Ralf Kollegger, «allerdings muss die Initiative vom Unternehmer kommen». Eine Verbindung sei mit hohen Investitionskosten verbunden, deshalb sollte man versuchen, das Vorhaben möglichst «schlank» zu halten. «Die Verbindung Brambrüesch-Pradaschier sollte man wenn möglich nur mit einer Liftanlage planen», so Kolleggers Einschätzung. Der Lift habe schliesslich nur das Ziel, die Gebiete zu verbinden.

Mehr Geld für Brambrüesch?

Der Verkauf der Pradaschier AG hat aus Sicht der Chur-Dreibündenstein AG noch einen weiteren, möglicherweise positiven Aspekt, wie Wunderlich ergänzt: «Die Gemeinde Churwalden wurde von der Pradaschier AG finanziell stark in Beschlag genommen, weshalb es für Brambrüesch jeweils weniger Geld gab.» Nun habe die Gemeinde möglicherweise mehr Raum für finanzielle Unterstützung.

Gemeindepräsident Ralf Kollegger reagiert zurückhaltend: «Wir versuchen stets gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Aber wir haben zu wenig Kraft, Brambrüesch irgendwohin zu katapultieren.»

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